Am neunten Verbandsligaspieltag stand für die Löwen das zweite Lokalderby der Saison auf dem Programm, der Oberligaabsteiger TuS Lintorf war in der Höhle der Löwen zu Gast und entschlossen zwei Punkte mitzunehmen. Die fünftplatzierten Hausherren wollten ihren bislang guten Saisonstart fortsetzen und auch das zweite Stadtderby für sich entscheiden, Trainer René Osterwind konnte dafür gegen seinen alten Club, mit Ausnahme der Langzeitverletzten, auf den ganzen Kader zurückgreifen.

Die Löwen erwischten zunächst den besseren Start in ein torarmes Spiel. Nach knapp vier Minuten waren beide Teams beim Stand von 1:1 zum ersten Mal auf der Anzeigetafel, nach einer guten Viertelstunde konnten sich die Löwen dann erstmals auf 4:1 absetzen. In 15 Minuten ließen die Dumeklemmer nur ein Gegentor zu und stellten den TuS offensiv vor immense Probleme. In eigener Überzahl kamen die Lintorfer dann besser ins Spiel und konnten nach knapp 20 Minuten wieder auf 5:3 heran kommen. Wieder vollständig waren die Löwen dann in der Lage, an die starke Anfangsphase anzuknüpfen und bis fünf Minuten vor der Pause auf 10:5 davon ziehen. In den Schlussminuten verabschiedete sich die Konzentration allerdings schon vorzeitig in die Halbzeitpause, denn während man vor dem gegnerischen Tor hochkarätige Chancen vergab, ließ man eben diese nun in der eigenen Hälfte zu. Dadurch ließ man den TuS kurz vor der Pause mit einem 1:4-Lauf wieder ins Spiel kommen, sodass die Partie beim Halbzeitstand von 11:9 wieder offen war.

Leider setzte sich das Bild aus der Schlussphase des ersten Durchgangs auch in der zweiten Hälfte fort. Die Chancen, die die Löwen vor der Pause noch vergaben, mussten nun zunehmend schwieriger erarbeitet werden, auf der anderen Seite traf der TuS weiter nach Belieben. Mit einem 0:6-Lauf gingen die Lintorfer nach 37 Minuten mit 11:15 in Führung und die SG lief nach starken 25 und komplett ausgefallenen 12 Minuten einem Rückstand hinterher. Dem TuS gelang es zunächst jedoch die Löwen auf Abstand zu halten und nach dem 15:17 (45. Minute) sogar die Führung zu vergrößern. Kai Klause erzielte nach 47 Minuten das 15:20 für die Lintorfer und stellte die Löwen so vor die Aufgabe der Aufholjagd. Nachdem die SG zunächst auf 17:21 verkürzen konnte und Gästetrainer Markus Wölke vorsorglich schonmal die Auszeit zog, übernahm wieder einmal Rückraumshooter Niklas Wergen. Mit drei Toren in Folge erzielte er die SG-Treffer 18, 19 und 20, sodass die Löwen drei Minuten vor Schluss wieder in Schlagdistanz waren. Nach einer Zeitstrafe gegen die Löwen parierte Leo Loose Strafwurf Nummer 1, der TuS konnte eine halbe Minute später jedoch trotzdem mit 20:22 in Führung gehen. Nachdem durch eine Lintorfer Zeitstrafe die Gleichzahl wieder hergestellt war, traf erneut Niklas Wergen zum 21:22 Anschluss und eine Minute später, nachdem der Gegenangriff der Lintorfer erfolgreich vereitelt werden konnte, sogar zum 22:22 Ausgleich. Wenige Sekunden waren da nur noch auf der Uhr, als der Abwurf vom Lintorfer Tor Richtung Mitte unbeabsichtigt am zurücklaufenden Alex Enders hängen blieb und die Schiedsrichter auf Strafwurf entschieden – nach Abpfiff. Leo Loose trat gegen Marius Haverkamp an und wurde zum Helden, denn mit der Parade hielt Loose beim Stand von 22:22 den Punkt im Lokalderby fest.

Nach dem Abpfiff einigten sich beide Trainer in der Pressekonferenz auf ein leistungsgerechtes Unentschieden. Einer starken ersten Löwen-Halbzeit setzte der TuS eine starke zweite Hälfte entgegen, sodass man die Punkte unter dem Strich guten Gewissens teilen kann. Mehr wäre für die SG nur drin gewesen, wenn man die Chancen in Halbzeit Eins konsequenter genutzt hätte und somit schon zur Halbzeit höher in Führung gelegen hätte, angesichts der zweiten Hälfte kann man aber mit dem Punkt zufrieden sein und sich nochmals bei Keeper Leo Loose bedanken. Leichter wird es in der nächsten Woche allerdings nicht, dann geht es zur drittplatzierten Zweitvertretung der Bergischen Panther.

Spielfilm: 0:0, 1:1, 3:1, 4:1, 6:3, 10:6, 11:9, PAUSE, 11:12, 13:15, 15:17, 16:20, 19:21, 22:22, ENDE.

Strafminuten: SG 16 / 8

Aufstellung: Karmaat, Loose – Wergen 7, Steppke 4/3, Enders 3, Schlierkamp 3, Ditzhaus 2, Sinnwell 2, Zeidler 1, Lindner, Jahan Bakhsh, Bevanda, Krämer.