Gleich am vierten Spieltag der Verbandsligasaison 18/19 stand den Ratinger Handballfans ein echtes Highlight bevor. Im ersten Stadtderby der Saison trafen die SGII und der TV in der Gothaer Straße aufeinander, um weiter zählbares für das eigene Punktekonto zu sammeln. Der TV, dessen Partie am ersten Spieltag verlegt wurde, wollte in seinem dritten Spiel zum ersten Mal Punkte einfahren – die SG versuchte die bis dato einzige Niederlage am vorherigen Spieltag bei Unitas Haan wieder wett zu machen. Über allem stand natürlich die Aussicht auf einen Derbysieg.

Die SG startete zunächst gut in die Partie. Vor allem die Abwehr, mit dem wieder einmal starken Benny Karmaat dahinter, konnte in der Anfangsphase überzeugen, sodass man sich nach sechs Minuten bereits auf 4:1 absetzen konnte. Leider konnte man diese Konzentration in der Defensive nicht dauerhaft an den Tag legen, sodass der TV nur fünf Minuten später, beim Stand von 5:5, ausgleichen und darüber hinaus sogar mit 5:7 in Führung gehen konnte. Mitte der ersten Halbzeit konnten die Löwen dann eine eigene Unterzahlsituation mit 1:0 gewinnen und die anschließende Überzahl nach einer Zeitstrafe gegen den TV mit 2:1 ebenfalls für sich entscheiden, sodass Bastian Lindner nach 17 Minuten beim 8:8 wieder ausgleichen konnte.

In der verbleibenden Zeit des ersten Durchgangs war es dann vor allem der TV-Regisseur Tristan Beckmann, der im Rückraum beliebig schalten und walten konnte. Gegen Beckmann ging die SG-Deckung nicht konsequent genug vor, sodass er in den angesprochenen 13 Minuten vor der Pause vier der fünf TV-Tore selbst erzielen und das Übrige auf seinen Bruder Max vorbereiten konnte. Somit kam der TV zur Pause auf 13 Treffer. Die Löwen liefen in dieser Zeit den von Beckmann erzielten Führungstreffern hinterher und lagen somit konsequent mit ein bis zwei Toren hinten. Erst anderthalb Minuten vor Schluss konnte per Sieben-Meter der Ausgleich erzielt werden, bevor Marc Steppke mit dem Pausenpfiff zum 14:13, der ersten Löwenführung seit dem 5:4, erhöhte.

Wirklich überzeugend war das Spiel der SG – trotz der Führung – bis dahin noch nicht. Dennoch hatte man den Ausgang der Partie in der eigenen Hand, dafür musste man lediglich ein paar Konzentrationspunkte, insbesondere in der Deckung, oben drauf packen. Langsam aber sicher gelang das immer besser. Zunächst konnte man sich mit Beginn des zweiten Durchgangs auf zwei Tore absetzen, musste aber nach 40 Minuten bereits wieder den 17:17 Ausgleich hinnehmen. Diese zehn Minuten im zweiten Durchgang brauchte es, bis die Löwen die Halbzeitansprache vollständig verarbeitet hatten, denn in den verbleibenden 20 Minuten schaltete die SG-Deckung gleich um mehrere Gänge nach oben. Chris Schweinsberg konnte noch nach einer Hinausstellung gegen die SG auf 18:18 ausgleichen, dann folgten die ersten fünf torlosen TV-Minuten, in denen sich die Löwen zunächst auf 20:18 absetzen konnten. Nur 60 Sekunden der Unkonzentriertheit reichten im Gegenzug aber aus, dass der TV nach 50 Minuten wieder den 20:20 Ausgleich erzielen konnte.

Dieses kleine 60-sekündige Malheur sollte dann aber das letzte seiner Art gewesen sein, denn in der zehn minütigen Schlussphase ließen die Löwen rein gar nichts mehr zu. Niklas Wergen brachte seine Farben mit einem Doppelschlag wieder auf 22:20 in Front, Maik Ditzhaus und Salim Jahan Bakhsh erhöhten mit den SG-Toren 23 und 24. Nachdem wieder Jahan Bakhsh 90 Sekunden vor Schluss beim 26:20 alles klar machte, konnte der TV wenige Sekunden vor Schluss noch den 26:21 Ehrentreffer erzielen und somit das Endergebnis besiegeln.

In einer lange spannenden Begegnung machte die Löwendeckung, die in der ersten Halbzeit noch das Manko war, am Ende den Unterschied. Als es wichtig wurde waren die Löwen da und konnten den Schalter durch eine starke mentale Leistung rechtzeitig umlegen, weshalb der Sieg unter dem Strich auch völlig in Ordnung geht. Für den Moment überwiegt natürlich die Freude über den Derbysieg, nichts desto trotz hat das Team von Coach Osterwind aber vor allem in der ersten Halbzeit wieder Dinge gesehen, die es hinsichtlich der näheren Zukunft zu verbessern gilt. Dafür ist dann die kommende Trainingswoche da, bevor es am nächsten Wochenende zur TG Cronenberg geht – den ersten Derbysieg der Saison kann den Löwen aber niemand mehr nehmen.

Spielfilm: 0:0, 3:1, 5:4, 5:7, 10:11, 12:13, 14:13, PAUSE, 16:14, 17:17, 19:18, 21:20, 24:20, 26:21, ENDE.

SGII vs. TV:
Karmaat, Schmitz – Jahan Bakhsh 5, Steppke 4/1, Ditzhaus 4, Schlierkamp 4, Wergen 4, Lindner 3, Achenbach 1, Sinnwell 1, Enders, Bevanda, Reintjens, Kostede.