Die Löwen und der TuSEM. Eine Geschichte, die für die Dumeklemmer bislang kein wirklich gutes Ende fand – jetzt stehen die Ratinger vor dem vierten Versuch die Bundesligareserve der Ruhrpottschmiede zu bezwingen.

In den letzten beiden Spielzeiten kristallisierte sich der TuSEM immer wieder als das Kryptonit der Löwen heraus. Das Hinspiel der Saison 18/19 ging in Ratingen mit 25:30 verloren und an das Rückspiel der vergangenen Saison, am letzten Spieltag, haben die meisten Dumeklemmer wahrscheinlich noch schlechtere Erinnerungen. 29:28 hieß es damals auf der Margarethenhöhe und die Löwen trennte nur ein Tor von der Meisterschaft und der Relegation zur 3. Handball-Bundesliga. Der TuSEM machte dem einen Strich durch die Rechnung. Zum Start der laufenden Saison hatten die Dumeklemmer dann gleich die Chance, den TuSEM im dritten Anlauf zu besiegen und so mit der doch schmerzhaften Geschichte der Vorsaison abzuschließen. Doch wieder hatten die Essener dem etwas entgegenzusetzen und verpassten den Ratinger gleich am ersten Spieltag mit dem 31:28 einen Dämpfer.

Jetzt steht also zum Start der Rückrunde die vierte Auflage bevor. Die Brisanz ist dieses Mal allerdings deutlich geringer als beispielsweise noch im Mai und selbst geringer als zum Saisonstart im September. Sowohl die Löwen als auch der TuSEM befinden sich derzeit im Niemandsland der Nordrheinligatabelle. Die Ratinger belegen mit 15:11 Punkten den fünften Rang, Essen steht mit 13:13 Zählern auf Platz 10. Wer sowohl die Punkte als auch den Tabellenstand miteinander vergleicht der erkennt, dass das Mittelfeld der Regionalliga Nordrhein nach wie vor extrem breit ist. Die Plätze 3 und 10 trennen nur drei Punkte, wodurch es – in Tabellenplätzen gedacht – vielleicht doch ein bisschen mehr zu gewinnen oder verlieren gibt.

Trotz des derzeitigen zehnten Platzes spielt der TuSEM wieder einmal eine passable Saison. Charakteristisch sind vor allem die engen Ergebnisse der Essener, die in der Hinrunde nie unter die Räder gekommen sind, allerdings auch keinen Kantersieg eingefahren haben. Die höchste Niederlage fügte dem TuSEM der TSV Bonn rrh. bei, der auf der Margarethenhöhe mit 26:32 gewinnen konnte. Alle anderen Punktverluste, mit Ausnahme des 28:32 gegen Spitzenreiter Opladen, bewegten sich im Bereich eines Unentschiedens, oder einer knappen Niederlage mit nur einem, zwei oder drei Toren Differenz. Das selbe Phänomen lässt sich auch bei den Essener Siegen erkennen. Das 31:28 zum Auftakt gegen die Dumeklemmer stellt tatsächlich den höchsten Saisonsieg des TuSEMs dar, anschließend wurde nur noch mit einem oder maximal zwei Treffern Unterschied gewonnen.

Auf ein enges Spiel haben sich die Ratinger daher schon in der letzten Woche vorbereitet. Gegen den TV Aldekerk gewannen die Dumeklemmer mit 32:31 denkbar knapp, bewiesen aber gerade in der Schlussphase gute Nerven, die ihnen letztlich den Sieg einbrachten. Trainer Ace Jonovski sah aber vor allem defensiv noch reichlich Verbesserungsbedarf, den sein Team im kommenden Spiel gegen den TuSEM umsetzen will. Es spricht also alles für das nächste heiß umkämpfte und ausgeglichene Spiel zwischen den Ratingern und dem TuSEM Essen II. Welche Geschichte der vierte Teil dieser Begegnung schreibt erfahren wir dann am Samstag. Anwurf in der Höhle der Löwen ist um 18:00 Uhr, Tickets sind an der Abendkasse erhältlich.