Das Löwenrudel erwischt bei Mitaufsteiger Vorst einen gebrauchten Tag und kann sich am Ende glücklich schätzen, zumindest einen Punkt mit nach Hause genommen zu haben. Kein Ratinger Akteur erreichte Normalform und die Dumeklemmer liefen gegen unbekümmert aufspielende Gastgeber beinahe die gesamte Spielzeit einem Rückstand hinterher. Erst in der Schlußminute gelang der Ausgleich und es tat sich sogar noch die Chance auf den Sieg auf. Diese konnte jedoch nicht genutzt werden und wäre wohl auch des Guten zuviel gewesen.

Unentschieden – das wäre aus Sicht der Löwen im Vorfeld der Partie gegen den TV Vorst wohl als Niederlage empfunden worden. Nach dem Spielverlauf vom Samstagabend gilt aber eher das Gegenteil. Die SG holt sich mit mehr als einem blauen Auge noch einen Punkt und die Spieler des  TV Vorst wussten auch nicht so recht, wie sie das Resultat einschätzen sollten. In der 54. Minute deutete alles auf einen Sieg der Heimmannschaft hin, als die SG mit 27:31 ins Hintertreffen geriet. In einer turbulenten Schlußphase gelang dann aber doch noch der Ausgleich. Doch der Reihe nach.

Löwen-Coach Ratka hatte unter der Woche eindringlich auf die bevorstehenden Schwierigkeiten hingewiesen. In einer engen Halle, gegen einen unangenehmen Gegner mit einer ungewohnten Deckungsvariante sollten sich eben diese Hinweise vollkommen bewahrheiten. Die Anfangsphase der Begegnung verlief noch ausgeglichen, über 3:3, 7:7 und gingen die Dumeklemmer in der 13. Minute sogar mit 8:9 in Führung. Doch anstatt einen Rhythmus zu finden, verzettelten sich die Gäste immer mehr in Einzelaktionen, agierten halbherzig in der Deckung und ließen sich sogar durch die schnelle Mitte überrumpeln. Aus der Führung wurde schnell ein Rückstand, der beim 17:12 (20.) auf fünf Treffer anwuchs.

Ratka hatte genug gesehen, nahm eine Auszeit und versuchte seine Mannschaft wachzurütteln. Bastian Schlierkamp und Arthur Giela kamen für Marcel Müller und Dominic Kasal ins Spiel, bis zur Pause erholte sich die SG und kämpfte sich wieder auf zwei Tore heran. Beim Tag der offenen Tür hieß es dann 20:18 für den TV und die Unzufriendenheit des Löwenrudels mit der eigenen Leistung war deutlich erkennbar.

Nach Wiederanpfiff schien es zumindest ein wenig besser zu laufen. Schnell wurde der Rückstand egalisiert, doch die Führung sollte nicht übernommen werden. Bis zum 27:27 (49.) legte der TV immer wieder vor und das zehrte spürbar an den Ratinger Nerven. Eine Zeitstrafe gegen Damian Janus tat ihr übriges und der SG drohte das Spiel aus der Hand zu gleiten. Vier Treffer des Gastgebers bedeuteten in der 54. Spielminute schon fast eine Vorentscheidung, Etienne Mensger kassierte zudem für ein Allerweltsfoul zwei Minuten.

Dann überschlugen sich die Ereignisse. Beim Stande von 32:29 (57.) glaubte fast kein Ratinger mehr daran, etwas zählbares aus Tönisvorst mitzunehmen. Der Anschlußtreffer von Damian Janus zum 32:30 ließ dann doch 90 Sekunden vor dem Ende noch ein wenig Hoffnung aufkeimen. Und als im Gegenzug erst Vorst kein Tor gelang und Florian Schlierkamp auf 32:31 verkürzte war wieder alles drin. Technischer Fehler TV, Gegenstoß SG und das nicht immer souverän wirkende Schiedsrichtergespann entschied auf Siebenmeter für den Gast. Alex Schult übernimmt Verantwortung, scheitert aber am gut aufgelegten Vorster Schlußmann. Auch der direkt folgende Ballbesitz führte nicht zum Erfolg, 40 Sekunden blieben dem TV Vorst den Sack zuzumachen. Ratka setzte alles auf eine Karte, brachte alle flinken Spieler und ließ offen decken. Mit Erfolg, Alex Schult erobert sich den Ball an der Mittellinie, startet durch und kann 14 Meter frei vor dem Tor nur durch ein Foulspiel gestoppt werden. Abermals Siebenmeter für die Löwen, diesmal mit dem glücklicheren Ende für den Schützen. 32:32 Ausgleich, 20 Sekunden verbleiben auf der Spieluhr. Vorst schließt früh über außen ab und es blieb sogar noch Zeit für einen letzten Gegenstoß. Der Paß auf Florian Schlierkamp kam aber leider zu ungenau, es blieb beim Unentschieden.

“Wir haben zu keinem Zeitpunkt zu unserem Spiel gefunden und leider genau das Gegenteil von dem gemacht, was wir uns vorgenommen haben. Das am Ende noch ein Punkt herausgesprungen ist, damit können wir nach der gezeigten Leistung mehr als zufrieden sein.”, so ein sichtlich angefressener Richard Ratka. Und auch Sebastian Bartmann findet deutliche Worte kurz nach dem Schlußpfiff: “Mit einer solchen Leistung brauchen wir in der kommenden Woche gar nicht auflaufen. Andererseits können wir dann schon wieder beweisen, dass wir es deutlich besser drauf haben.” Gegner ist dann der TV Aldekerk, der nach sieben Spielen ebensoviele Minuspunkte aufweist wie die SG. Für Spannung ist in jedem Fall gesorgt.

Aufstellung SG: Bothe, Schumacher – Graefe, Mensger (1), Müller (3), B. Schlierkamp (1), Giela (5), Schütte (4/1), F. Schlierkamp (2), Schult (2), Bartmann (2), Kasal (7), Helfrich, Janus (5)