Mit sechs Feldspielern und zwei Torhütern reisten die Junglöwen der SG Ratingen aufgrund akuter Verletzungssorgen am vergangenen Wochenende zur Auswärtspartie nach Kiel. Beim aktuellen Tabellenführer unterlag die A-Jugend, die die letzten 20 Minuten der Partie in Unterzahl absolvieren musste, schließlich mit 18:40 (8:19).

Als der Kleinbus nach 1.000 km wieder an der Gothaer Straße in Ratingen ankam, blieb nach wie vor die Erkenntnis, nicht verbittert über das zuvor erlangte Ergebnis beim Spitzenreiter der Nord-Gruppe der Jugend Handball-Bundesliga sein zu müssen. “Die Einstellung hat über die 60 Minuten gestimmt, da lässt sich den Jungs keinen Vorwurf machen. Im Gegenteil, alle haben den Kampf angenommen und sich so gut wie möglich gegen den THW Kiel gewehrt”, so Trainer Jens Engelen.

Bis zum 2:2 (5. Minuten) hielten die Junglöwen die Partie offen, danach erhöhte der Gastgeber das Tempo und bestrafte jeden Fehler im Angriff der SG Ratingen mit einem schnellen Gegenstoß. Die kompakte Abwehr der Kieler nutzte ihre Größenvorteile und ließ sich nur selten hinaus locken. Trainer Jens Engelen: “Dass die Mannschaft die Tore machen wollte, war deutlich sichtbar. Insgesamt war es aber sehr schwierig, mit nur einem gelernten Rückraumspieler, sowie vier Außen und einem Kreisläufer aus der Distanz zum Erfolg zu kommen. Wir mussten unser Heil im ständigen Kampf eins gegen eins suchen, was natürlich weitere Kräfte gekostet hat. In der Abwehr haben wir uns dann leider auch nicht immer an die getroffenen Absprachen gehalten, was es für den Angriff der Gastgeber etwas zu einfach gemacht hat.”

Die Folge war ein 8:19 Rückstand zur Halbzeit. Im zweiten Durchgang wurde schließlich jedes taktische Konzept über Bord geworfen, als nach einer roten Karte die Junglöwen die restlichen gut 20 Minuten in Unterzahl absolvieren mussten. Kiel spielte routiniert seine personelle Überlegenheit in der Offensive aus und ließ der Abwehr der SG Ratingen nur wenige Chancen.

Dafür schafften es die Junglöwen in dieser Phase ihrerseits im Angriff den THW kurzzeitig zu ärgern und zwangen ihn durch mehrere Tore die in Überzahl begonnene Manndeckung wieder zurück zu ziehen.

“Die Mannschaft war auch in den letzten 20 Minuten bereit, sich zu wehren und hat nicht aufgesteckt. Die technischen und taktischen Fehler außen vor gelassen, über die wir unter der Woche natürlich reden werden, hat sich das Team für die gezeigte Einstellung Anerkennung verdien”, so Jens Engelen.