SG siegt im letzten Spiel des Jahres – Mahé hilft aus

Die SG Ratingen beschließt das Handballjahr 2012 mit einem Sieg. Gegen den Solinger Turnerbund hieß es nach 60 wenig ansehnlichen Minuten 37:33. Damit geht man als ungeschlagener Tabellenführer und mit nur einem Minuspunkt in die Weihnachtspause. Im Januar geht es dann zunächst gegen die TG Croneberg, bevor es zum absoluten Spitzenspiel der Liga gegen Verfolger Aufderhöhe kommt.

Die Handballer der SG Ratingen beschließen das Jahr als Tabellenführer. Damit können sie zufrieden sein. Mit der Art und Weise, wie das letzte Spiel des Jahres gewonnen wurde, eher weniger. Nur in der Anfangsphase konnte die SG der Favoritenrolle und den eigenen Ansprüchen gerecht werden, was dann folgte war oft Stückwerk und zu unstrukturiert, um von einer souveränen Leistung sprechen zu können. Doch der Reihe nach.

Im Vorfeld der Partie deutete sich an, dass auf Seiten der Spielgemeinschaft einige Akteure ausfallen würden. Julian Sommer war privat verhindert, Marcel Müller fehlte verletzungsbedingt (Faserriss im Oberschenkel), Julian Pflugfelder kuriert noch eine Grippe aus und auch Julian Renninger konnte nicht eingesetzt werden. So gingen dem Trainergespann Mahé/Maletzki langsam die Alternativen, besonders in der Defensive, aus. Und so kam es am Samstagabend zu einem Kuriosum: Ex-Weltmeister Mahé wechselte sich selbst ein, um der wackeligen Abwehr die nötige Stabilität zuverleihen.

Das Vorhaben ging auch zunächst auf, nach nervösem Beginn auf beiden Seiten setzten sich die Ratinger auf 8:4 ab (16.) TB-Trainer Roehrig nutzte eine Auszeit, um seine Truppe neu einzustellen. Mit Erfolg: Innerhalb von nur sechs Spielminuten war das Spiel gedreht. 9:8 hieß es in der 22. Spielminute und den Gästen wurde knallhart deutlich gemacht, dass mit angezogener Handbremse aber auch rein gar nichts zu holen ist. Mahé zog nun seinerseits die grüne Karte und zumindest wurde bis zur Halbzeit ein Unentschieden gehalten (14:14). “Wir haben uns genau auf diese Situation vorbereitet und alle taktischen Lösungen trainiert. Trotzdem haben wir es nicht geschafft, die Deckung des TB zu knacken.”, kritisierte Bastian Schlierkamp zurecht die eigene Teamleistung.

In der Kabine konnte Mahé dann seine Mannen wachrütteln. Denn die Phase direkt nach Wiederanpfiff sollte eine kleine Vorentscheidung sein. Jeder Spieler legte nun die nötige Einstellung an den Tag und beim 16:21 durch Flo Schlierkamp (37.) wähnte man sich auf einem guten Weg. “Wir hatten zu Beginn der 2. Halbzeit eine gute Phase und sogar die Chance auf sieben Tore wegzuziehen. Und wieder laden wir den Gegner ein, ins Spiel zurückzukommen. Wir müssen unbedingt lernen, dann eiskalt den Sack zuzumachen. An anderen Tagen geht sowas auch gerne mal schief.”, so der Ratinger Übungsleiter.

Dass es dann anders kam, dafür sorgten vor allem sie starken Solinger Heinrichs (7 Tore) und Wieczorek (10). In der 45. Minute bahnte sich eine Überraschung an, als der TB auf 23:24 herankam und das Spiel zu seinen Gunsten zu drehen schien. Doch der psychologisch wichtige Ausgleich sollte nicht mehr fallen. Mit einem 5:2-Lauf (25:29, 50.) konnten die Gastgeber auf Abstand gehalten werden und jeder Solinger Treffer wurde umgehend mit einem eigenen Erfolgserlebnis beantwortet. Der Kempa-Treffer von Pistolesi zum 36:32 aus Ratinger Sicht blieb angesichts der bescheidenen Gesamtleistung allerdings eine Randnotiz.

“Mund abwischen und weitermachen” könnte die Devise nach dem Spiel lauten, doch so einfach wollte Mahé es sich und seinen Spielern dann nicht machen: “Zufrieden kann man nur mit dem nackten Ergebnis sein. Aber ich erwarte deutlich mehr von meinen Spielern, jeder von ihnen hat mehr drauf und das will ich endlich auch wieder in einem Ligaspiel sehen.”

Die erste Gelegenheit dazu bietet sich bereits am 12. Januar, wenn die Cronenberger TG ihre Visitenkarte in der Gothaer Straße abgibt (18 Uhr).

Aufstellung SG:

Bothe, Schumacher – B. Schlierkamp (9/3), Pistolesi (8), F. Schlierkamp (7), Schütte (5), Lewandowski (4), Dickel (1), Lindner (1), Seidel (1), Mahé (1), Bauer, Graefe, Mensger