Das frühe Aufstehen scheint dem Löwenrudel zu liegen. Mit einem Sieg im Spitzenspiel gegen den ärgsten Konkurrenten Mönchengladbach behauptet die SG die Tabellenführung und überwintert am Platz an der Sonne. Dabei konnte Coach Ratka nicht nur mit dem Ergebnis zufrieden sein, vor allem die Art und Weise des Zustandekommens dürfte ihm gefallen haben. Von Beginn an übernahm seine Mannschaft das Heft des Handelns und ließ dem Gastgeber kaum Chancen, das Spiel offener zu gestalten. Am Ende steht ein auch in der Höhe verdientes 25:33 zu Buche und die Löwen verabschieden sich als alleiniger Tabellenführer in die Weihnachtspause.

Der Tag begann früh für das Löwenrudel. Schon um acht Uhr hatte Ratka zum gemeinsamen Frühstück bei Familie Schlierkamp geladen. “Dieser Ablauf hat schon beim ersten Saisonspiel in Dinslaken zum Erfolg geführt. Da lag es auf der Hand, es heute wieder genauso zu machen.”, so ein sichtlich erleichteter Ratinger Übungsleiter. Und es kam tatsächlich so, wie man es sich im Lager der Dumeklemmer wohl im Vorfeld gemalt hätte.

Der Einstieg ins Spiel gestaltete sich dabei eher unglücklich. Den ersten Ratinger Angriff stoppten die Gladbacher siebenmeterreif. Den fälligen Strafwurf konnte Ben Schütte aber nicht im Gehäuse unterbringen und im Gegenzug gingen die Borussen in Front. Dem zwischenzeitlichen Ausgleich ließ Gladbach-Shooter Marquardt die erneute Führung folgen. Was keiner ahnte: Es sollte bereits die letzte im gesamten Spiel gewesen sein. Die SG warf sechs Tore in Folge und kurz nach dem 2:7 zückte Cotura die grüne Karte. Erst zehn Minuten waren zu diesem Zeitpunkt absolviert.

Die mitgereisten SG-Fans sahen ein kompakte und aggressive Abwehr, gegen die die Borussia kaum Lösungen fand und aus der heraus eine disziplinierte Angriffsleistung möglich wurde. Besonders Arthur Giela konnte sich mehrfach auszeichnen und nutzte seine Chancen aus der Distanz. Mit dem Pausenpfiff erhöhte dann Dominic Kasal auf 11:17 und es deutete sich an, dass es sehr schwer werden würde, das Spiel noch zu drehen.

Direkt nach Wiederanpfiff eröffnete sich dem Gastgeber dann aber doch die Möglichkeit zur Aufholjagd. Sebastian Bartmann sah nach einer ungestümen Abwehraktion die rote Karte und fortan fehlte die Hälfte des in Durchgang eins so erfolgreichen Abwehrgespanns. Die SG blieb aber ruhig und ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. Die anstehende Unterzahl überstanden die Löwen schadlos, beim 14:21 bauten sie ihren Vorsprung sogar weiter aus. Der Spielverlauf blieb der selbe: Gladbach mühte sich und investierte viel, doch die Gäste hatten immer eine Antwort parat.

Als Damian Janus in der 42. Spielminute seine zweite Zeitstrafe kassierte und der etatmäßige Innenblock komplett auszufallen drohte kam es zu Teil Eins eines Comeback-Vormittages. Anthony Pistolesi übernahm hinten das Kommando und reihte sich mit seiner engagierten Abwehrleistung nahtlos ein. Den zweiten Teil übernahm der Überraschungsgast des Tages: Julian Pflugfelder war extra zum Topspiel angereist um seine Jungs zu unterstützen. Und die meisten wussten nicht einmal etwas davon: “Auf einmal stand Samy in der Küche, da musste ich mich erstmal sortieren. Super, dass er die Strapazen auf sich genommen hat um uns zu unterstützen. Das hat noch einmal einen Extraschub gegeben.”, verrät Ben Schütte.

Als besagter Pflugfelder dann auch noch einen Abpraller zum 17:25 verwertete, war der Jubel groß. Borussia-Coach Cotura versuchte noch einmal alles und ließ eine offensive 4:2-Deckung spielen. Der erhoffte Effekt verpuffte aber zu schnell, als das es noch einmal spannend hätte werden können. Über 20:28 (51.) und 23:31 (56.) hielt die SG den auch in der Höhe verdienten Vorsprung konstant und siegt mit 25:33 beim ärgsten Konkurrenten um die Tabellenspitze. “Bei uns hat heute viel gepasst. Wenn wir diese Leistung abrufen, ist es schwer gegen uns zu punkten. Aber eben nur wenn, und in der Hinrunde haben wir in Remscheid und Vorst gesehen, wie schnell etwas passieren kann.”, will Jens Bothe nichts von einer Vorentscheidung wissen und verweist auf die noch lange Saison.

Das Löwenrudel ist am kommenden Wochenende spielfrei bevor es im neuen Jahr gegen den BHC II weitergeht.

Aufstellung SG: Bothe, Schumacher – Mensger, Müller, B. Schlierkamp, Giela (10), Schütte (10), F. Schlierkamp (2), Schult (3/3), Bartmann (1), Kasal (6), Janus, Pflugfelder (1), Pistolesi