Zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten erlebten die Zuschauer am späten Sonntagnachmittag. Die heimische SG dominierte den ersten Durchgang beinahe nach Belieben, nach dem Wechsel verkehrten sich die Rollen, die SG Langenfeld kämpfte sich Tor um Tor heran und beim 24:24 war das Spiel wieder ausgeglichen. Den längeren Atem hatten indes die Dumeklemmer, im Endspurt sicherten sich die Ratka-Schützlinge einen knappen 29:27-Heimsieg.

So langsam aber sicher wird es ernst für die Oberligateams im HVN. In gut zwei Wochen steht das erste Meisterschaftsspiel an und so nutzten die Ligarivalen SG Ratingen und SG Langenfeld einen gemeinsamen Test zur Standortbestimmung. Die gastgebende SG konnte dabei nach zweiwöchiger Verletzungspause wieder auf Damian Janus zurückgreifen und auch Anthony Pistolesi ergriff die Gelegenheit, um sich ein wenig an Trainings- und Wettkampfbelastung heranzutasten.

Und ihr Team erwischte einen Start nach Maß. Aus einer stabilen Deckung heraus gelang der SG auch in der Offensive vieles, die Spieluhr zeigte noch keine zehn Minuten an, da stand es bereits 8:2. Der Langenfelder Angriff zeigte sich ideenlos gegen den etatmäßigen Mittelblock Bartmann/Janus sowie die aggressiven Müller und Kasal auf den Halbpositionen. “So stellt man sich das als Trainer vor. Hinten hart arbeiten und dadurch vorne einfache Tore ermöglichen.”, so Ratkas Statement zu den ersten 25 Minuten und einem Spielstand von 16:6. Doch bereits die letzten Aktionen vor dem Wechsel deuteten an, dass es so nicht weitergehen würde.

Unkonzentriertheiten und schlecht vorbereitete Abschlüsse sorgten dafür, dass Langenfeld einen kleinen 3:0-Lauf hinlegen und sich so einen psychologisch wichtigen Aufwind verschaffen konnte. Und so kam es tatsächlich, im zweiten Durchgang verkehrte sich das komplette Spielgeschehen ins Gegenteil. Ratingen fahrig und einfallslos, Langenfeld kämpferisch und konsequent. Aus einem 18:10 wurde innerhalb weniger Minuten ein 19:18. Und während vorerst noch nicht de Ausgleich fallen sollte, von nun an war es wieder ein offenes Spiel.

“Ich habe bewußt nicht gewechselt. Ein besseres Training kann man sich nicht vorstellen, denn in dieser Phase mussten sich meine Spieler an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen. Es hat zwar lange gedauert, aber zum Ende hin haben wir das Spiel doch noch für uns entschieden.”, ist sich Ratka eines Lerneffektes bei seinen Jungs sicher.

Und so blieb bei beiden Trainern nach Abpfiff die selbe Erkenntnis. Jeweils eine Halbzeit lang gut, eine Halbzeit lang verbesserungswürdig. Eine echte Standortbestimmung jedenfalls sieht anders aus.

Aufstellung SG Ratingen: Bothe (1.-30.), Schumacher (31.-60.) – Pistolesi, Janus (2), Giela (5), Schult (1), Müller (4), Mensger (1), Kasal (1), B. Schlierkamp (n.e.), Schütte (6), Helfrich (3), F. Schlierkamp (2), Bartmann (4)