Dass die Saisoneröffnung in Ratingen nicht am ersten, sondern am zweiten Heimspieltag stattfand hatte einen besonderen Grund, nämlich die Ansetzung des Spieltages. In der vierten Woche der Regionalliga Nordrhein trafen die Löwen in heimischer Halle auf den BTB Aachen, der mit den ehemaligen Löwen Carsten Jacobs und Simon Breuer anreiste, die in letzten Jahren für zahlreiche Löwentore mitverantwortlich waren. Letzterer konnte nach seinem Achillessehnenriss noch nicht aktiv mitwirken, auf Seiten der Löwen musste Trainer Khalid Khan auf Ace Jonovski (Muskel) und Jan Kerssenfischer (Knorpel) verzichten. Filip Lazarov (Muskel) und Ole Völker (Knie) spielten angeschlagen.

In der Anfangsphase der Partie standen sich vor allem zwei gute Abwehrreihen gegenüber. Die jeweils ersten Treffer der Teams von Yannik Nitzschmann und Philipp Wydera fielen per Strafwurf – das erste Feldtor konnte Löwe Lukas Plaumann erst nach gut sieben Minuten erzielen. Wiederum zwei Minuten später traf Yannik Nitzschmann dann abermals vom Punkt und mit dem 3:2 durch den Aachener Julius Schlauberger, nach knapp elf gespielten Minuten, war die Torflaute auf beiden Seiten gebrochen.

Binnen der nächsten anderthalb Minuten waren schon so viele Tore gefallen, wie in den elf zuvor – der BTB glich nach gut zwölf Minuten zum 4:4 aus. Es entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel, in dem keines der Teams auch nur einen Meter Raum herschenken wollte. Die Löwen kamen zunehmend besser mit der Aachener 3:2:1 Deckung zurecht, sodass man sich in der zweiten Hälfte des ersten Durchgangs leicht absetzen konnte. Vom 8:8 Ausgleich gingen die Löwen nach 24 Minuten mit 11:8 in Führung und hatten das Spiel voll im Griff. Den Vorsprung bis zur Pause vergrößern konnten die Ratinger allerdings nicht, sodass die Aachener beim Stand von 12:11 wieder den Anschluss erzielen konnten und Khalid Khan seine erste Auszeit nahm. In den verbliebenen viereinhalb Minuten bis zur Pause konnte sich dann aber keiner mehr absetzen, sodass es mit dem 13:12 in die Kabinen ging.

Die Löwen kam gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs mit ordentlich Dampf aus der Kabine. Etienne Mensger und Yannik Nitzschmann erhöhten in den ersten beiden Minuten auf 15:12, Marco Bauer warf schließlich beim 17:13 die erste vier-Tore-Führung der Partie heraus. Anschließend agierten die Dumeklemmer durch aufeinanderfolgende Zeitstrafen insgesamt vier Minuten in Überzahl, doch konnten diese nicht zu eigenen Gunsten nutzen. Statt sich von der angesprochenen Führung weiter abzusetzen wurde man zunehmend nachlässiger und musste gegen Ende dieser vier Minuten sogar den 18:17 Anschlusstreffer hinnehmen – Coach Khan zog abermals eine Auszeit.

Nach knapp 43 Minuten konnte der BTB erstmals wieder ausgleichen und drei Minuten später sogar durch Simon Bock in Führung gehen. Davon ließen sich die Löwen jedoch nicht verunsichern und nahmen das Heft des Handels durch Filip Lazarov und Christian Mergner postwendend wieder selbst in die Hand. Es bahnte sich eine enge Schlussphase an, in die die Löwen, ähnlich wie der BTB Aachen zuvor, mit einer vier minütigen Unterzahl starteten. Doch so wie man aus der Überzahl kein Kapital schlagen konnte, so unbeschadet überstand man die Unterzahl, sodass sich das 22:22 zu Beginn der Schlussphase sogar in ein 25:23 nach Ablauf dieser vier Minuten verwandelte.

Verlass war in dieser Phase auch auf Keeper Jascha Schmidt, der in den finalen zehn Minuten nicht nur einen Sieben-Meter, sondern auch zahlreiche weitere wichtige Bälle parierte. So hatten die Dumeklemmer die Partie trotz des knappen Spielstandes unter Kontrolle und waren immer wieder in der Lage, gegen die Aachener 3:2:1 Deckung freie Torchancen herauszuspielen. Trotz des erneuten Anschlusstreffers beim 27:26 behielten die Löwen den kühlen Kopf und konnten die beiden Punkte gegen starke Aachener beim 28:26 Endstand in trockene Tücher bringen.

„Ich bin nicht nur zufrieden mit dem Ergebnis, sondern auch mit dem Auftreten meiner Mannschaft“, zeigte sich Khalid Khan nach der Partie erleichtert, „wir haben eine ansprechende Leistung mit einer guten Körpersprache gezeigt, außerdem war ich beeindruckt, wie wir die schwierige Personallage als Team kompensiert haben“. Sein Kapitän Kai Funke ergänzt: „Wir haben die Partie, über den Kampf, den Willen und die Emotionen gewonnen. Das haben wir alles angenommen und als Mannschaft viel investiert, deshalb geht der Sieg auch so in Ordnung“.

Einen Fortschritt hat Khan aber auch im Angriffsspiel seiner Mannschaft ausgemacht: „Wir haben die technischen Fehler minimiert und sind gut mit der Deckung der Aachener zurecht gekommen, sodass wir uns einige freie Torchancen herausspielen konnten“. Insgesamt sieht Khalid Khan jedoch die „Ups and Downs, die auch in den kommenden Wochen noch zu erwarten sind“. Khan weiter: „Wir gehen mit vier Treffern in Front und werden dann schlampig, dafür haben wir dann Charakter gezeigt als wir zurücklagen“. Insgesamt sieht der Cheftrainer aber „noch sehr viel Potential nach oben“. Dass dieses Potential nach und nach abgerufen werden kann, will die Mannschaft am nächsten Wochenende unter Beweis stellen, denn dann geht es zum nächsten starken Aufsteiger nach Dinslaken.

Spielfilm: 0:0, 1:0, 3:1, 4:5, 7:6, 11:9, 13:12, PAUSE, 17:13, 18:16, 20:20, 22:21, 25:23, 28:26, ENDE.

Löwen vs. BTB Aachen:
Angelov, Schmidt – Nitzschmann 8/5, Plaumann 5, Mergner 4, Bauer 3, Lazarov 3/2, Mensger, Funke 1, Müller 1, Eugler, Claussen, Schmitz, Völker.