Am zehnten Spieltag der Regionalliga Nordrhein standen die Löwen vor einer großen Aufgabe: am Samstagabend traf man auswärts auf den Tabellenführer TSV Bonn rrh. Die Gastgeber um Trainer David Röhrig schlossen bereits die vergangenen drei Regionalliga-Spielzeiten jeweils mit einer Top-Platzierung ab und knüpften auch in dieser Saison nahtlos daran an – nach acht gespielten Partien führten die Bonner das Klassement mit 14:2 Punkten an. Nach dem Heimsieg in der vergangenen Woche gegen ein starkes Team aus Opladen, hatten die Löwen also das nächste Brett vor der Brust, mit einem Sieg gegen den Tabellenführer winkte jedoch die Chance, auf nur einen Punkt an eben diesen heranzukommen. Trainer Khalid Khan musste in der ehemaligen Hauptstadt weiterhin auf Jan Kerssenfischer (Sprunggelenk), Ole Völker (Knie), Marcel Müller (Kreuzbandriss) und Fabian Claussen (Oberschenkel) verzichten, dafür unterstützen die Eigengewächse Maik Ditzhaus und Marc Steppke aus dem Verbandsligateam.

In der Anfangsviertelstunde hielt das Spitzenspiel, was es im Vorfeld versprach. Beide Teams schenkten sich nichts und gingen ein hohes Tempo, die Löwen hatten zwischenzeitlich leicht die Nase vorn. Nach der Ratinger 2:4 und 4:6 Anfangsführung, konnte der TSV jedoch nach einer Viertelstunde beim 7:7 ausgleichen und den Stand bis zum 9:9 nach knapp 20 Minuten verteidigen. In der Schlussphase der ersten Hälfte konnten die Löwen dann noch einen Gang hochschalten. Angeführt von einem bärenstarken Jascha Schmidt im Tor profitierten die Dumeklemmer nun von einer starken Deckungsleistung und konnten die gewonnen Ballbesitze über das Tempospiel in schnelle Tore ummünzen. Während die Defensive in den zehn Minuten bis zur Pause nur noch drei Gegentore zuließ, war die Offensive gleich acht Mal erfolgreich – trotz insgesamt vierminütiger Unterzahl in diesem Zeitraum setzen sich die Löwen bis zum Pausenpfiff auf 12:17 ab und gingen mit einer fünf Tore Führung in die Kabine.

Mit Beginn der zweiten Hälfte waren die Dumeklemmer bemüht, genau da weiterzumachen, wo man im ersten Durchgang aufgehört hatte. Immer wieder fand man Lösungen gegen die wechselnden Bonner Deckungssysteme und auch defensiv hatte man den dynamischen Bonner Angriff zunehmend im Griff. In den ersten fünf Minuten der zweiten Halbzeit gingen die Löwen daher auch weiter Vollgas. Der starke Marco Bauer erzielte nach 35 Minuten das 14:21, die bis dahin höchste Führung des Spiels. Anschließend musste die SG, ähnlich wie in der Partie gegen Opladen, dem eigenen Lazarett und der dünnen Personaldecke Tribut zollen. In einer kleinen Schwächephase konnte der TSV den Spielstand wieder verkürzen, Maximilian Ghussen erzielte für Bonn nach 43 gespielten Minuten das 18:22. Weiter sollte die Führung aber nicht mehr schrumpfen, denn die Löwen waren in der Schlussviertelstunde wieder voll da. Christian Mergner, Lukas Plaumann und Etienne Mensger erhöhten mit drei SG-Toren in Folge auf das zwischenzeitliche 19:26 und stellten so die alte Sieben-Tore-Führung aus der 35. Minute wieder her. Mit diesem komfortablen Vorsprung gingen die Dumeklemmer in die finalen zehn Minuten und brachten die zwei Auswärtspunkte in der Schlussphase sicher in den Hafen. Yannik Nitzschmann, an seinem 20. Geburtstag mittlerweile im Rückraum eingesetzt, erzielte gut drei Minuten vor Schluss mit einem Doppelschlag die SG-Tore 29 und 30 – und damit beim Spielstand von 22:30 die höchste Führung der Partie. Bis zum Schlusspfiff konnten die Gastgeber noch um zwei Tore der Ergebniskosmetik verkürzen, beim Endergebnis von 25:31 kamen aber beide Punkte mit in den Bus zurück nach Ratingen.

„Das war eine wahnsinnige Teamleistung“, freute sich Trainer Khalid Khan nach dem Abpfiff, „alle haben super gespielt, wir hatten auf alles eine Antwort“. Kapitän Kai Funke ergänzt: „Wir haben uns sehr gut auf dieses Spiel vorbereitet und hatten auf alles eine Antwort. Jeder im Team war voll da, sodass wir unter dem Strich einen wohlverdienten Sieg feiern können“. Über einen entscheidenden Faktor waren sich Trainer und Kapitän nach Abpfiff einig: „Wir haben eine überragende Abwehrarbeit gezeigt, das war der Schlüssel zum Erfolg“, konstatierten beide übereinstimmend. Ein netter Nebenaspekt dieses Auswärtssieges: im Spitzenspiel standen mit den Löwen Mensger, Nitzschmann, Ditzhaus und Steppke gleich vier SG-Eigengewächse auf dem Parkett, sodass das Vorhaben auf Talente aus der Region bzw. aus den eigenen Reihen zu setzen, immer mehr aufgeht. Als nächstes stehen die Dumeklemmer dann vor einem Mammutwochenende: am kommenden Samstag wird das verlegte Heimspiel gegen den TV Jahn Köln-Wahn nachgeholt und schon am Sonntag sind die Löwen wieder in der 3. Runde des HVN-Pokals, im Angerland-Derby gegen den TV Angermund, gefordert. Dafür wollen die Kräfte wohl gesammelt sein, denn in zwei wichtigen Spielen an zwei Tagen wollen die Dumeklemmer an die Leistungen aus den Opladen- und Bonn-Spielen anknüpfen.

Spielfilm: 0:0, 1:3, 3:5, 6:7, 9:10, 10:14, 12:17, PAUSE, 14:20, 16:22, 19:24, 19:26, 22:29, 25:31, ENDE.

Strafminuten: TSV 0 / SG 10

Aufstellung: Schmidt, Angelov – Lazarov 8/3, Mensger 7, Bauer 4, Eugler 3, Nitzschmann 3, Mergner 2, Plaumann 2, Funke 1, Steppke 1, Ditzhaus, Jonovski.