Nach einem spannenden und umkämpften Spiel trennten sich die Löwen und der TuS 82 Opladen am Ende friedlich mit 28:28 (14:15). Sowohl SG-Coach Ace Jonovski, als auch Gästetrainer Fabrice Voigt nahmen den Punkt recht zufrieden mit, dass es aus Löwensicht überhaupt noch dazu kam, glich einem kleinen Wunder.

Die erste Spielhälfte startete für die Ratinger wie ein Verkehrsunfall. Bis zum 2:3 (2.) durch Ali Oelze war die Löwenwelt noch halbwegs in Ordnung, anschließend lief sowohl offensiv, als auch defensiv nichts mehr. Vorne taten sich die Dumeklemmer schwer und erarbeiteten sich nur wenige klare Torchancen, die dann vom Gästekeeper Eric Prützel pariert wurden. In der Deckung bekam man die zweite Welle der Opladener überhaupt nicht in den Griff und offenbarte auch in der neuen 5:1-Deckung zu große Räume, durch die die Gäste in der Anfangsphase recht einfach und unbedrängt zum Torerfolg kamen. Gute acht Minuten kamen die Dumeklemmer nicht zu. Torerfolg, der Tabellenführer nutzte das – hauptsächlich über sein Tempospiel – um bis zur 10. Minute auf 2:9 davon zu ziehen. Erst dann traf Max Eugler zum dritten Löwentor (3:10, 11.) und plötzlich, eine weitere gute Minute später, wendete sich das Blatt schlagartig.

Ab dem 4:11 (12.) spielten nur noch die Löwen. Die 5:1 stellte den TuS Opladen plötzlich vor große Probleme und im Angriff gelang es den Dumeklemmern nun über eine geduldige Spielweise zum Torerfolg zu kommen. Zusätzlich erwischte Nils Thorben Schmidt im Tor der Löwen gegen seinen zukünftigen Verein einen Sahnetag und zog den Opladener Werfern ein ums andere Mal den Zahn. So konnten die Löwen den Rückstand sukzessive verkürzen und erzielten vom 4:11, über ein 7:11 (17.) beim 10:11 (21.) durch Etienne Mensger den Anschlusstreffer. Lukas Plaumann besorgte eine Minute später den 11:11 Ausgleich (22.) und Christian Mergner anschließend die 12:11 Führung (23.) und die Ratinger hatten die Spielverlauf binnen zwölf Minuten auf den Kopf gestellt. Zwischen Tor 11 und 12 der Opladener lagen nämlich eben jede zwölf Minuten, die es den Löwen dank der starken Deckungs- und Torwartleistung ermöglichten, das Blatt wieder zu wenden. Nach dieser kuriosen ersten Halbzeit sahen die Zuschauer in der Höhle der Löwen an der Gothaer Straße dann ab der 25. Minute das spannende Regionalligaspiel, das sich viele vor dem Anpfiff erhofften. Vom 12:12 (25.) konnten die Opladener bis zum Halbzeitpfiff wieder mit 14:15 in Führung gehen.

Die knappe Führung konnten die Gäste auch im zweiten Durchgang behaupten, auch wenn die Partie nun wesentlich ausgeglichener und umkämpfter war, als noch im ersten Durchgang. Der TuS hatte konstant eine zwei- oder drei-Tore-Führung inne und die Löwen kamen trotz aller Bemühung nicht in die Lage des Anschlusstreffers. Über 16:18 (34.), 18:20 (40.), 22:24 (47.) und 23:25 (52.) war das das Bild des zweiten Durchgangs: ein ausgeglichenes und umkämpftes Spiel, beim dem sich der TuS nicht absetzen und die Löwen nicht anschließen konnten. Dennoch blieben die Ratinger hartnäckig und wurden belohnt, in der 54. Spielminute gelang Ali Oelze per Strafwurf der 24:25 Anschlusstreffer, der die Tür für eine spannende Schlussphase öffnete. Nach dem 24:26 durch die Gäste trafen Etienne Mensger und Filip Lazarov zum 26:26 (57.) und zogen zusätzlich noch zwei Zeitstrafen, die den Löwen in der Crunchtime eine doppelte Überzahl bescherten. Lukas Plaumann nutzte diese zur 27:26 Führung (58.), Felix Barwitzki glich per Strafwurf zum 27:27 aus (59.). Die Dumeklemmer hatten in der Schlussminute mit dem Ball auch die Chance zur Führung in der Hand, die erneut Lukas Plaumann zum 28:27 nutzen konnte. Den finalen Angriff der Opladener bekamen die Löwen in den letzten Sekunden nur mit einem siebenmeterwürdigen Foul gestoppt, weshalb Felix Barwitzki erneut gegen Nils Thorben Schmidt antrat und nervenstark zum 28:28 Endstand verwandelte.

Angesichts des Spielverlaufes waren beide Trainer nach Abpfiff zufrieden mit dem Punktgewinn. Ace Jonovski lobte die Moral seiner Mannschaft, die sich durch den 4:11 Rückstand nach 13 Minuten nicht demotivieren ließ und sich mit einem eindrucksvollen Comeback zurück in die Partie kämpfte. Die Opladener sind nun auf bestem Wege in die 3. Handball-Bundesliga, während die Löwen gezeigt haben, dass sie auch in der sportlich eher bescheidenen Saison in der Lage sind, dem aktuellen Ligaprimus die Stirn zu bieten. Der Punktgewinn platziert die Dumeklemmer nun mit 19:19 Punkten auf Rang 8, als nächstes treffen die Ratinger auswärts auf den TV Rheinbach.

Spielfilm: 0:0, 2:5, 2:8, 5:11, 8:11, 12:11, 14:15, HZ, 16:18, 17:20, 19:22, 22:24, 24:25, 28:28, ENDE.

Strafminuten: SG 10 / TuS 10

Aufstellung: Schmidt, Loose – Oelze 9/7, Nitzschmann 4, Plaumann 4, Mergner 4, Lazarov 4, Mensger 2, Eugler 1, Funke, Schäfer, Ditzhaus.