Hoch und runter – das kennt man sonst nur aus dem Vergnügungspark. In der Höhle der Löwen war es am Samstagabend nicht weniger spannend, das Duell zwischen dem TuSEM II und den Dumeklemmern glich ein wenig einer Achterbahnfahrt. Nach einer relativ deutlichen Führung im ersten Durchgang ging die Partie aus Löwensicht in der zweiten Halbzeit den Bach runter, am Ende trennen sich TuSEM und SG unentschieden mit 32:32 (20:15).

Im vierten Anlauf in den letzten beiden Jahren sollte gegen die Essener endlich der erste Sieg her und dementsprechend starteten die Löwen mit einigen guten Vorsätzen in die Partie und damit in die Rückrunde. Nach dem 2:0 entschieden die Ratinger die Anfangsphase über ein 4:2 und 6:4 für sich, beim 6:6 (10.) fiel aber dennoch der Ausgleich. Bis zum 8:8 hielten beide Teams den ausgeglichenen Spielstand aufrecht, anschließend schalteten die Ratinger zwei, drei Gänge hoch. Die zweite Hälfte des ersten Durchgangs entschieden die Dumeklemmer eindrucksvoll für sich, vom 8:8 zogen die Löwen mit fünf Toren in Folge auf 13:8 davon und sorgten für das erste Ausrufezeichen. Nach 23 Minuten erzielte Filip Lazarov das 17:11 und erhöhte die Führung erstmals auf sechs Tore. Bis zur Pause verkürzten die Gäste allerdings wieder zum 20:15 Halbzeitstand.

Zu diesem Zeitpunkt sprach im Prinzip alles für die Hausherren. Die Ratinger hatten das Spielgeschehen im Griff und hatten mit der fünf-Tore-Führung ein relativ komfortables Polster im Rücken. Dennoch erwies sich der TuSEM einmal mehr als Spielverderber der Löwen und stellte das bisherige Spielgeschehen auf den Kopf. Initiiert von der Deckungsumstellung des Essener Trainers Nelson Weisz bekam der TuSEM den Angriff der Ratinger plötzlich in den Griff und stellte die Löwen so vor Probleme. Bis zum 24:20 (38.) arrangierten sich die Ratinger noch gut mit der neuen Herausforderung, anschließend glitt die Partie langsam aber sicher aus den eigenen Händen. Aus dem 24:20 wurde binnen zehn Minuten ein 25:28. Während dieses 1:8-Laufes erzielten die Dumeklemmer in besagten zehn Minuten nur noch einen eigenen Treffer.

Nach diesem Blackout kamen die Ratinger zwar wieder zu sich, hatten aber in zwölf Minuten ein drei-Tore-Rückstand aufzuarbeiten. Bis in die Schlussphase hatte die Führung der Essener Bestand, erst in der 56. Minute kamen die Löwen durch Lukas Plaumann wieder zum Anschlusstreffer (30:31). In Unterzahl parierte Leo Loose zunächst den fälligen Strafwurf und Yannik Nitzschmann netzte zum 31:31, womit die Partie wieder auf Messers Schneide stand. In den verbliebenen zwei Minuten ließen beide Seiten Torchancen aus. Niclas Schmidt traf für den TuSEM zum 31:32, der starke Filip Lazarov hatte die Antwort zum 32:32 parat und gleich wieder aus. Zu mehr reicht es dann für keins der Teams, sodass am Ende der 60 Minuten jeder einen der beiden Punkte mitnimmt.

Nach einer Punkteteilung stellt sich immer die Frage nach dem gewonnenen, oder verlorenen Punkt. Auch wenn die Antwort darauf häufig schwer fällt, hat man selten einen so gegensätzlichen Spielverlauf wie am Samstag. Nach der ersten Hälfte und einer fünf-Tore-Führung zur Pause haben die Ratinger einen Punkt verloren und sich nach dem 1:8-Lauf über Mentalität und Kampfgeist einen Anderen erkämpft. Durch diesen Punkt klettern die Löwen sogar auf Rang 4 der Nordrheinliga und haben bei einer Bilanz von 16:12 nun zwei Punkte Rückstand auf die zweit- und drittplatzierten TV Korschenbroich und BTB Aachen.

Spielfilm: 0:0, 4:2, 6:4, 10:8, 14:9, 17:11, 20:15, HZ,22:19, 24:21, 25:24, 26:29, 28:31, 32:32, ENDE.

Strafminuten: SG 8 / TuSEM 8

Aufstellung: Schmidt, Loose – Lazarov 11/5, Oelze 6, Nitzschmann 5, Plaumann 4, Mensger 3, Mergner 2, Bahn 1, Ditzhaus, Oppitz, Zeidler, Blumenthal.