In den vergangenen Wochen wurde viel spekuliert, viel diskutiert und hinter den Kulissen viel gearbeitet. Dann stand ein Plan für eine Aufstiegsrunde fest, der aber wenige Wochen später bereits wieder revidiert werden musst. Die neue CoronaSchVO erlaubt nun aber endgültig die Austragung einer Aufstiegsrunde, weshalb es endlich konkret wird! Wir beantworten euch alle offenen Fragen und bringen euch auf den aktuellen Stand der Dinge.

Warum gibt es überhaupt eine Aufstiegsrunde?

Über die Sinnhaftigkeit einer Aufstiegsrunde wurde in den letzten Monaten viel diskutiert. Vor dem Saisonabbruch im letzten Jahr wurden genug Spiele gespielt, sodass der TuS Opladen als damaliger Tabellenführer rechtmäßig aufsteigen konnte. Das ist in diesem Jahr bei nur zwei bis vier gespielten Spielen nicht der Fall. Der DHB hat als Träger der 3. Liga dennoch zugesichert, dass aus jedem der 12 Oberligabereiche ein Aufsteiger hervorgehen kann. Daher stellt sich die Frage wie dieser ermittelt werden soll – hier haben sich alle Beteiligten für eine sportliche Lösung ausgesprochen. Dies liegt auch darin begründet, dass anders als in anderen Landesverbänden für die Protagonisten bereits in den vergangenen Wochen Training möglich war. Während man sich hinsichtlich der Durchführbarkeit lange in einer Grauzone bewegte, ist eine Aufstiegsrunde durch die neue CoronaSchVO nun auch rechtlich sicher erlaubt und wird daher definitiv stattfinden.

Wer nimmt an der Aufstiegsrunde teil?

Da man sich für die Teilnahme an der Aufstiegsrunde nicht „qualifizieren“ konnte, kann im Prinzip jeder Nordrheinliga-Club teilnehmen der will. Die Teilnahme ist freiwillig und basiert auf einer verbindlichen Willenserklärung, die der Verband Anfang April an alle Vereine der Regionalliga Nordrhein entsandt hat. Die Rückmeldungen ergaben, dass drei Teams an der Aufstiegsrunde teilnehmen werden: der OSC Rheinhausen, TuSEM Essen II und die SG Ratingen.

Wann findet die Aufstiegsrunde statt?

Seitens des DHB gibt es eine Meldefrist, bis zu der der jeweilige Aufsteiger aus den Landesverbänden feststehen muss. Ursprünglich war diese am 15. Juni, wurde vor Kurzem allerdings auf den 30. Juni verschoben. Daher wurde die Aufstiegsrunde für das Wochenende (+Freitag) vom 25.-27. Juni terminiert.

Wo findet die Aufstiegsrunde statt?

Das einzige große Fragezeichen in der Planung. Der Verband war sich bereits mit der Stadt Düsseldorf einig die Aufstiegsrunde im Rather Waldstadion auszurichten, die Genehmigung wurde allerdings widerrufen. Maßgeblich für die Wahl des Austragungsorts wird – sofern absehbar – auch das Infektionsgeschehen sein, da ein Inzidenzwert unter 35 die besten Möglichkeiten für die Spiele bietet. Da mittlerweile auch in Düsseldorf die 7-Tage-Inzidenz zügig auf die magische 35 zu läuft, wurde der zuvor bereits genehmigte Antrag erneut gestellt und wird derzeit bearbeitet. 

Wie wird der Aufsteiger ermittelt?

Bei drei teilnehmenden Teams liegt der Modus auf der Hand: es spielt jeder gegen jeden. Daraus resultieren insgesamt drei Spiele, zwei pro Mannschaft. Da sich das Turnier über drei Tage erstreckt, findet an jedem Tag ein Spiel statt, woraus sich folgender Spielplan ergibt:

Freitag: Team A vs. Team B
Samstag: Team C vs. Team A
Sonntag: Team B vs. C

Wer Team A, B und C ist wird gelost, da der Ruhetag am Samstag natürlich ein Vorteil ist. Da aber dennoch nur ein Spiel pro Tag gespielt wird, werden alle Partien wie ein reguläres Ligaspiel über 60 Minuten ausgetragen. Wer am Ende der drei Spiele die meisten Punkte hat, steigt in die 3. Handball-Bundesliga auf.

Ist die Austragung überhaupt sicher?

Um die Aufstiegsrunde überhaupt ausrichten zu können, hat der Verband den Vereinen und damals der Stadt Düsseldorf ein umfangreiches Hygiene- und Testkonzept vorgelegt. Darin wurde zunächst die Anzahl der zugelassenen Personen auf dem Gelände des Austragungsortes streng limitiert und über personalisierte Akkreditierungen kontrolliert. Alle Beteiligten begeben sich ab Mittwochs in Selbstisolation in ihren Privatwohnungen, verlassen diese ausschließlich um in privaten PKWs zum Austragungsort zu reisen und werden vor jedem Turniertag von medizinischem Fachpersonal mit Schnelltests getestet. Eine Teilnahme an der Aufstiegsrunde basiert logischerweise auf einem negativen Testergebnis. Alle Anwesenden die nicht unmittelbar am Spielgeschehen teilnehmen tragen die gesamte Zeit über FFP2-Masken, alle wesentlichen Kontaktflächen werden darüber hinaus desinfiziert. So wird das Infektionsrisiko minimiert.

Sind Zuschauer zugelassen?

Auch dies ist abhängig vom Austragungsort und vom Infektionsgeschehen. Ursprünglich besagte der Plan die anwesenden Personen auf dem Gelände streng zu limitieren und auf die Teilnehmer begrenzt. Eine Inzidenz unter 35 würde allerdings eine Hallenauslastung von 33% oder maximal 1.000 Zuschauer erlauben. Wie die Lösung Ende Juni aussehen wird bleibt abzuwarten, es wurde allerdings auch schon an einer Livestream-Übertragung gearbeitet.

Wie können sich die Teams auf die Aufstiegsspiele vorbereiten?

Bei der Vorbereitung gab es in den vergangenen Monaten stark variierende Umstände. Der OSC Rheinhausen trainiert mittels Sondergenehmigung der Stadt Duisburg bereits seit Ostern wieder in der Halle, Teile des TuSEM Essen II können permanent mit dem Bundesligakader der Essener trainieren. Die Unterstützung der Stadt Ratingen blieb für die Löwen bis dato aus, weshalb man lange nicht in die Halle konnte und sich auf online bzw. outdoor Training beschränken musste. Ein erstes Erfolgserlebnis gelang der Geschäftsstelle der Dumeklemmer erst Mitte Mai, als man ein Trainingslager im niedersächsischen Ihlow auf die Beine stellen konnte und dort an zwei Wochenende jeweils von Freitags bis Montags in die Halle zurückkehren konnte. Die neue CoronaSchVO erlaubt nun aber nicht nur die Austragung der Aufstiegsrunde, sondern auch das reguläre Hallentraining bei entsprechendem Inzidenzwert, weshalb die Löwen ab heute, dem 01. Juni, wieder in ihre Heimspielstätte an der Gothaer Straße und den regulären Trainingsbetrieb zurückkehren können.

Wie geht es jetzt weiter?

Zunächst herrscht erstmal Gewissheit: die Aufstiegsrunde wird definitiv stattfinden. Lange herrschte Unklarheit sowohl hinsichtlich der Austragung, als auch der Trainingsmöglichkeiten. Nun steht aber für alle fest, dass Ende Juni um den Aufstieg gespielt wird und sich alle drei Anwärter adäquat darauf vorbereiten können. In den kommenden Wochen gilt es dann nur noch die letzten Feinheiten festzulegen, wie zunächst einmal den endgültigen Austragungsort und den exakten Spielplan. Nach der langen handballfreien Zeit gibt es aber nun endlich wieder Licht am Ende des Tunnels und ein großes Ziel am Horizont: den Aufstieg in die 3. Handball-Bundesliga.