Die SG Ratingen und der TuS Lintorf sind sich in dieser Saison zwar schon zweimal auf dem Parkett begegnet, doch um von einem traditionsreichen Derby sprechen zu können müssen wohl noch einige Partien ausgetragen werden. Trotzdem gibt es so manchen Berührungspunkt zwischen beiden Mannschaften, denn wenn es am Samstagabend zum dritten Aufeinandertreffen in der laufenden Saison kommt, gibt es auch ein Wiedersehen zweier alter Bekannter: Jonas Bagel und Bastian Schlierkamp.

Jonas Bagel (TuS Lintorf) und Bastian Schlierkamp (SG Ratingen) begegnen sich zwar als Gegner, können aber auf eine langjährige, gemeinsame Handball-Vergangenheit blicken. Schon in der C-Jugend kreuzen sich die Wege der beiden gebürtigen Ratinger beim TuS Vorwärts Hösel. “Der TuS war damals sehr gut aufgestellt und für halbwegs ambitionierte Jugendspieler eine wirklich gute Adresse. Zuletzt standen im Herrenbereich sechs Aufstiege in sieben Jahren zu Buche”, erinnert sich Bagel an seine Anfänge in Hösel. Und auch Schlierkamp erinnert sich gerne an die Zeit im beschaulichen Ratinger Stadtteil zurück: “Damals hat Hotti Bredemeier hier viel bewegt und aufgebaut. Das war für Jonas und mich ein ganz wichtiger Baustein in unserer handballerischen Entwicklung. Außerdem wohne ich seit kurzem mit meiner Frau in Lintorf.”

Als dann im Übergang vom Jugend- in den Seniorenbereich mit Bredemeiers Weggang un dem damit verbundenen Auflösung der Handballabteilung im Jahr 2000 die sportliche Perspektive wegbrach, mussten sich beide eine Alternative suchen – und wurden zunächst in verschiedenen Vereinen fündig. Während es Bagel nach Essen zog, ging Schlierkamp zur SG Solingen. Und genau hier sollten sich beide auch wiedersehen. Unter Heino Kirchhof wurden hier beide in der Saison 2002/2003 (s. Foto) an den Seniorenbereich herangeführt und konnten erstmals Bundesligaluft schnuppern. Danach trennen sich aber die sportlichen Wege der Konkurrenten von heute. “Aus den Augen haben wir uns aber nie verloren.”, sagt Bagel. Und spätestens seit der Rückkehr der beiden (längst) gestandenen Handballer in die Heimat schließt sich ein wenig der Kreis.

Doch ab 18 Uhr ruht am Samstag in der Gothaer Straße die Freundschaft. Der TuS Lintorf gibt seine Visitenkarte bei der SG ab und hat dabei keineswegs vor, Gastgeschenke zu verteilen: “Wir sind gut drauf, haben trotz einiger personeller Rückschläge im letzten Spiel Aufderhöhe geschlagen. Warum sollte uns das nicht auch gegen die SG gelingen?!”, kündigt der Spielmacher des TuS sechzig umkämpfte Minuten an. Die SG ihrerseits ist gleich doppelt gewarnt: “Wer den Tabellenzweiten mit 15 Toren nach Hause schickt, der hat schon ein deutliches Signal gegeben wohin am Samstag die Reise geht. Außerdem haben wir noch einiges aus unserem Pokalspiel gut zu machen und wollen uns vor einer gut gefüllten Halle bestmöglich präsentieren.”, stellt Schlierkamp klar, dass seine Mannschaft um die Schwere der Aufgabe weiß.