Es sollte also auch diesmal nicht sein: Trotz Rückenwind nach den zuletzt gewonnenen zwei Spielen und vor allem dem herausragenden Sieg in der Vorwoche gegen Lintorf gelang es den Männern von EsGehFir am Sonntag Vormittag wieder nicht, in Erkrath etwas zu holen. Trotz eines kämpferischen Einsatzes ließ man die Punkte leichtfertig liegen. Am Ende stand eine ernüchternde 17:20 (8:12)-Pleite.

Dabei ging es für die neunköpfige Rumpftruppe gar nicht mal schlecht los. In den ersten beiden Angriffen gelangen gleich zwei tolle Anspiele an den Kreisläufer. Beim Abschluss zeigte sich jedoch bereits zu diesem frühen Zeitpunkt, dass die Mannschaft an diesem Tage weniger mit der gegnerischen Reihe, sondern vielmehr mit einer tief durchwachsenden eigenen Abschlussschwäche zu kämpfen hat. Ein gut aufgelegter Torwart im Erkrather Kasten tat sein Übriges. Das Spiel war dennoch weitgehend ausgeglichen, in erster Linie dank einer gut agierenden Abwehrreihe. Nach zwischenzeitlichen Schwierigkeiten bekam man den flinken Halblinken der Gastgeber gut in den Griff. Nichtsdestotrotz gelang es dem sehr erfahrenen Gegner immer wieder, einen der Nebenleute freizuspielen. Sicherlich nicht schädlich hierbei war, dass sich die Gäste mit einigen Zwei-Minuten-Strafen selbst schwächten. Neben der fehlenden Treffsicherheit war dies das große Manko im Ratinger Spiel. Insgesamt neun Zeitstrafen sind einfach zu viel. Diese bloßen Zahlen täuschen aber darüber hinweg, dass die Begegnung von beiden Mannschaften fair geführt wurde. Überwiegend wurden (zu Recht) banale Disziplinlosigkeiten geahndet, zum Teil aber folgten die Bestrafungen einer sehr individuell ausgeprägten Auslegung des Regelwerks durch den eigentlich erfahrenen Unparteiischen. Dennoch: Darin liegt die Niederlage nicht begründet, und bis anderthalb Minuten vor dem Halbzeitpfiff und bei einem minimalen 8:9-Rückstand war ohnehin noch nichts passiert. Unerklärlicherweise verloren sich dann einige etwas zu früh in Gedanken an den Pausentee. So gab man wiederholt den Ball her und musste sich noch drei Gegentore einschenken lassen, das letzte pünktlich mit der Halbzeitsirene.

Schnelle Frustbewältigung und die Suche nach neuer Konzentration waren im Pausengespräch angesagt. So richtig greifen wollte die neue Entschlossenheit gleichwohl nicht. Zäh kämpfte man sich auf 11:13 heran, um dann einen Zwischenspurt der Hausherren zum 11:17 zu verschlafen. Immerhin blieb sich die Truppe ihrem Grundprinzip, niemals aufzugeben, auch eine Viertelstunde vor Schluss treu. Drei schön herausgespielte Tore in Folge nötigten jetzt Erkrath zum Timeout. Kurz darauf setzte Ratingen den nächsten Wirkungstreffer zum 15:17, erkämpfte sich erneut den Ball und hatte im nächsten Angriff in aussichtsreicher Position doch tatsächlich die Chance zum Anschlusstreffer. Was wäre gewesen, wenn … Tja, es war dann aber symptomatisch, dass dieser Ball zwischen den Beinen des gegnerischen Keepers hängenblieb. SG4 blieb dennoch am Drücker, die Gastgeber wankten – und hielten dem Druck dennoch stand. Eine weitere Aufholjagd schenkte EsGehFir fünf Minuten vor Schluss selbst her, indem sie neben einer Zeitstrafe nach Foulspiel zwei weitere ungewollte Pausenzeiten wegen Meckerns und eines Wechselfehlers kassierten. In dreifacher Unterzahl über fast zwei Minuten kein Gegentor zu kassieren und dem Gegner selbst fast ein Tor einzuschenken – immerhin diese Fußnote konnte überzeugen.

Dass bei der katastrophalen Chancenverwertung keine höhere Niederlage zu verbuchen war, haben die SG-Männer zwei Faktoren zu verdanken: Zum einen steigerte sich Torwart Stenz im Vergleich zur Vorwoche nochmals, blühte mit zwei gehaltenen Siebenmetern und weiteren Paraden immer mehr auf und entnervte die teils freistehend vor ihm auftauchenden Erkrather Angriffsreihen. Zum anderen ließ sich der führende Shooter Ellrott auch von einer am Kinn aufklaffenden Platzwunde, die nach dem Spiel mit mehreren Stichen genäht werden musste, nicht aufhalten, kehrte mehrfach nach Behandlung und notdürftiger Versorgung auf die Platte zurück und erzielte fünf seiner insgesamt sechs Treffer. Diese beiden hielten die Ratinger lange im Spiel. Der Rest der Mannschaft war nicht zuletzt auch deshalb betrübt, weil dieser vorbildliche Einsatz nicht mit Punkten belohnt werden konnte.

Den Blick richtet Herr EsGehFir mittlerweile aber wieder nach vorn: Die entscheidenden Trainingseinheiten und Mannschaftsbesprechungen hin zum nächsten Derby gegen den TV Ratingen sind bereits terminiert. Am 30. März 2019 um 15:30 Uhr steigt DAS EVENT an der Gothaer Straße. Dann heißt es wieder: EsGehFir – Die hören niemals auf!

SG Ratingen: Stenz – Appenowitz, J. Ellrott (6), Grüll, Heidel (2), Hoffmann (3), Matthes, Poock (2), Vangelista (4).