4. Herren: Transfercoup gelungen – Kampfspiel verloren 29.11.2016: 4. Herren: Transfercoup gelungen – Kampfspiel verloren
Neuer Löwe: Markus Steghofer
Die vierte Herrenmannschaft der SG bleibt ihrer Tradition, für emotionale Berg- und Talfahrten zu sorgen, treu. Nur wenige Tage, nachdem eine weitere Teamverstärkung endlich unter Dach und Fach gebracht werden konnte, musste sich die Mannschaft dem TSV Norf in eigener Halle mit 17:21 (8:13) geschlagen geben.

Immerhin galt es aber, vor Spielbeginn einen Erfolg zu feiern. Seit Monaten liefen im Hintergrund die Verhandlungen, bis sich dann unter der Woche innerhalb weniger Stunden das Gerücht zur Gewissheit verfestigte: EsGehFir ist ein spektakulärer Transfercoup von internationaler Dimension gelungen. Mit Markus Steghofer konnte ein aufstrebendes Talent aus der zweiten Wiener Liga an den Rhein gelockt werden. Nach vielversprechendem Probetraining und diagnosefreiem Medizincheck galt es, in zähen Verhandlungen mit DHB, ÖHB und EHF die Transferbedingungen abzustecken, einige formale Hürden auszuräumen und – immerhin außerhalb der offiziellen Transferperiode – den Weg für die Verstärkung freizumachen. Erst Stunden vor dem Anpfiff trudelte die Verbandsfreigabe ein. Hierbei hat die Mannschaft weder Kosten noch Mühen gescheut, um alle ebenfalls interessierten Vereine aus dem Feld zu schlagen und dem Umworbenen ein maßgeschneidertes Gesamtpaket für die sportliche Zukunft anbieten zu können. Steghofer selbst begründet seine Entscheidung für den Wechsel damit, dass er sich „vom spannungsgeladenen EsGehFir-Projekt und vom unbändigen Kampfeswillen und Teamgeist, auf und neben dem Parkett spürbar, beste Entwicklungsmöglichkeiten“ verspricht. Bereits in das Training der vergangenen Wochen eingebunden, konnte er am Sonntag endlich sein Debüt an der Gothaer Straße geben, wenn dieses auch ergebnistechnisch etwas getrübt ausfiel.

Seine neuen Teamkameraden konnten zwar den beschworenen Teamgeist durchaus unter Beweis stellen, ansonsten aber nach der dreiwöchigen Spielpause leider nicht an die Form aus dem letzten Spiel anknüpfen. Die erste Viertelstunde wurde ziemlich verschlafen, so dass der Coach beim Stand von 3:8 zur ersten Auszeit und Neueinstellung der Mannschaft gezwungen war. Von diesen frühen Rückstand sollten sich die Hausherren letztendlich nicht mehr erholen, wenngleich man sich bis kurz vor Schluss nicht geschlagen gab und dem Gast einen großen Kampf bot. Nach dem Seitenwechsel hoben die Ratinger ihr Spielniveau und damit die Stimmung in der Halle zwischenzeitlich deutlich an. Beim 14:15 bis zum 16:17 hatte man den Anschluss erreicht, dann jedoch durch zu hektisches Angriffsspiel die Chancen, am Gegner vorbeizuziehen, fahrlässig liegengelassen. Die Neusser spielten konstant weiter, hielten auch körperlich mächtig dagegen und zeichneten sich diesmal vor allem durch ein zupackendes Abwehrspiel aus, wofür an sich die Ratinger bekannt sind. Der Spielentwicklung aus Sicht von EsGehFir nicht gerade förderlich war schließlich, dass der gegnerische Keeper einen Sahne-Tag erwischte und selbst bestplatzierte Würfe in Serie noch entschärfte. Spielertrainer Alex Vangelista zeigte sich nach dem ernüchternden Spielverlauf immerhin aber mit dem Einstand seines neuen Schützlings durchaus zufrieden: „Man hat gemerkt, dass Markus noch etwas Trainingsrückstand hat. Da ist es ganz klar, dass in einigen Situationen noch Timing und Bindung zu den Mitspielern fehlt. Wenn „Ösi“ sich aber weiter so reinhängt, wird er im weiteren Saisonverlauf noch eine gewichtige Rolle spielen können“. Dies wird nötig sein, denn erneut hielt der Spieltag eine Hiobsbotschaft bereit. Mit Tobias Appenowitz, der sich eine Knieverletzung zuzog und bis Anfang des neuen Jahres ausfällt, musste leider auch das SG-Lazarett einen Neuzugang quittieren. Von hier aus gute Besserung, Obel! SG Ratingen: Stenz – Appenowitz (1), A. Ellrott (2), J. Ellrott (6), Friedsam, Gerard, Heidel, Herzberg (2), König, Matthes, Steghofer (3), Vangelista (3).