4. Herren: Punkt verschenkt und doch zufrieden 27.03.2015: 4. Herren: Punkt verschenkt und doch zufrieden
Sehr zufrieden mit dem Punktgewinn: Die 4. Herren
Die 4. Herrenmannschaft der SG Ratingen spielte am drittletzten Spieltag und beim letzten Heimspiel der Saison stark auf und rang dem Neusser HV IV ein verdientes 21:21 (12:11) Unentschieden ab. Bei aller Freude über ein gutes Spiel blieb aber auch die Erkenntnis, dass sogar noch mehr drin gewesen wäre.

Das Meisterschaftsspiel, dessen dramaturgischer Höhepunkt sich gegen Ende erst noch zeigen sollte, brachte schon vor dem Anpfiff Aufregung mit sich. Der angesetzte Schiedsrichter erschien nicht, so dass erst einmal kurzfristig Ersatz gesucht werden musste. Dankenswerterweise sprang aus dem Löwenrudel Lino Glöckler ein, und das, obwohl er im Anschluss selbst ein Spiel mit der 2. Mannschaft der SG zu absolvieren hatte. Danke für diesen spontanen Einsatz!

Die Vorzeichen für die etwas verspätet angepfiffene Begegnung selbst waren aus Sicht der Gastgeber nicht gerade erfolgversprechend, empfing man doch immerhin den Tabellenzweiten. Die Erwartungen vor dem Spiel waren daher sehr überschaubar, zumal unter der Woche mehrere Absagen kamen. Immerhin aber reisten auch die Gäste mit einem dezimierten Kader an, die zudem bereits in der 8. Minute einen weiteren verletzungsbedingten Ausfall zu beklagen hatten.

Die Partie verlief zu Beginn ausgeglichen. Den Neusser Vorsprung konnte die SG regelmäßig ausgleichen, ehe sie beim 7:6 erstmals sogar selbst in Führung gehen konnte. Und diese hätte weiter ausgebaut werden können. Jedoch vergaben die Hausherren mehrere Großchancen, die man sich durch aufmerksame Abwehrarbeit und schnelles Spiel erarbeitete, aber – teilweise trotz Überzahl beim Tempogegenstoß – kläglich vergab. Neuss hingegen setzte auf routiniertes Angriffsspiel und konnte immer wieder vor allem den Kreisläufer erfolgreich in Szene setzen. So ging es mit einem knappen 12:11 in die Pause.

Die Halbzeitanalyse ließ eine unerwartete Situation erkennen: Hier und heute geht etwas, der Tabellenzweite kann erneut geärgert werden. Die Chance war groß, das Hinspiel vergessen zu lassen, welches die SG trotz bester Vorsätze und ebensolcher Torchancen nach einer schlechten zweiten Hälfte unglücklich verloren hatte.

Entsprechend vorgewarnt begann in eigener Halle die zweite Hälfte jedenfalls hoffnungsvoll: Nach zwei Ratinger Toren stand es schnell 14:11. Doch Neuss hielt dagegen. Über 15:12 und 16:14 gelang der Ausgleich zum 16:16, ehe die Gäste schließlich wieder die Führung übernahmen. Sollte es doch wieder so laufen wie schon oft in dieser Saison, in der die Vierte der SG bedingt durch Unkonzentriertheit und nachlassende Kondition die Chancen auf Punkte leichtfertig liegen ließ? Die Antwort auf diese Frage schien sich beim 17:20 deutlich und ernüchternd abzuzeichnen und beim 18:21 gut zwei Minuten vor Schluss festzustehen.

Aber diesmal weit gefehlt! Die SGler ließen die Köpfe nicht hängen, sondern nahmen noch einmal Anlauf. Dank entschlossener Abwehrarbeit zwang man Neuss zu überhasteten Abschlüssen und Fehlern, und im Gegenzug traf man das Tor einfach mal auch aus engen Situationen heraus. Mit zuletzt offener Deckung schaffte die SG binnen zwei Minuten drei Tore und tatsächlich noch den Ausgleich zum 21:21 – und wollte mehr! Gegen die angesichts des furiosen Endspurts der Heimmannschaft ein wenig konsterniert wirkenden Neusser bot sich Sekunden vor dem Abpfiff sogar die Chance, im Tempogegenstoß den Siegtreffer zu landen. Doch leider war der lange Pass etwas zu lang – nicht nur für den Gegner, sondern auch für den eigenen Mitspieler. Naja, es wäre vielleicht auch zu viel des Guten gewesen.

Die Zielvorgaben für die beiden letzten in der Saison 2014/15 anstehenden Auswärtsspiele der SG Ratingen IV sind damit klar: Gegen den TuS Reuschenberg wird kein Sieg erwartet. Diese Ausgangsposition ist nicht die schlechteste, wusste das Team damit doch zuletzt gut umzugehen. Bei der SG Unterrath gilt es dann aber, den Gegner auch in der Abschlusstabelle hinter sich zu lassen.

SG Ratingen: Koch – B. Heidel (2), Hetzel (3), Feldhoff (2), Wassermann, Dreydemy, A. Ellrott (4), J. Ellrott (8), Matthes (1), Bittner (1).