Spielbericht: SG Ratingen – VfL Gladbeck 27:22 (12:11) 23.11.2014: Spielbericht: SG Ratingen – VfL Gladbeck 27:22 (12:11)
Einsatz und Kampf wurden belohnt: Damian Janus und Chris Rommelfanger in Aktion
Das Löwenrudel sammelt zwei wichtige Punkte gegen den VfL Gladbeck und schiebt sich in der Tabelle bis auf den zwölften Platz vor. Doch bevor es soweit kommen konnte, musste echter Abstiegskampf geliefert werden. Beide Teams warfen ihren Einsatzwillen und Kampfgeist in die Waagschale, da blieb wenig Platz für Finessen. Die Löwen wird dies wenig stören, konnte sich doch mit dem Sieg ein wenig Luft verschafft werden.

Die Trainingswoche glich mit erneut nicht vorhandenen Toren in der Halle Wiesenstraße zum Bedauern des Ratinger Coaches sehr der Vorbereitung auf das Neuss-Spiel. Ungewöhnlich hingegen die Situation für Ratka im Hinblick auf den zur Verfügung stehenden Kader.  Die (beinahe) volle Kapelle an Spielern meldete sich bereit, so dass mit Marcel Müller, Tim Wittenberg und Nico Helfrich drei Akteure inaktiv bleiben sollten.

In den ersten Spielminuten war dem Rudel eine gewisse Nervosität deutlich anzumerken. In den bisherigen Duellen gegen vermeintlich schwächere Teams hatte es mitunter böse Niederlagen kassiert, dies sollte an diesem Abend unbedingt vermieden werden. Und das es keinesfalls einfach werden würde zeigte sich von Anfang an. Gladbeck erwischte den wacheren und somit besseren Start und überließ dem Gastgeber nie die Führung. Bis zum 5:5 (11.) liefen die Löwen ständig hinterher, ehe sich der VfL sogar einen größeren Vorsprung erarbeitete. Das 8:5 durch den an diesem Abend mit sechs Treffern erfolgreichsten Gast Lukas Krings brachte seinem Team allerdings keinen Auftrieb.

Ebenjener Krings verzog in der Folge einen Siebenmeter gegen den eingewechselten Matthias Piecuch und trug so unfreiwillig dazu bei, dass die SG zurück in die Partie fand. Das 10:10 (25.) durch Damian Janus bedeutete wieder den Gleichstand, ehe der erneut starke Chris Rommelfanger (11:10) und Mike Schulz mit dem Pausenpfiff (12:11) die ersten Dumeklemmer-Führungen markierten. “Die Phase kurz vor der Halbzeit war sehr wichtig für uns. Nach einem etwas nervösen Start haben wir uns in die Partie gekämpft und gemerkt, dass mit dem entsprechenden Einsatz was geht.”, umschreibt Mathis Stecken in zwei Sätzen den ersten Durchgang.

Und die Löwen kamen tatsächlich besser aus der Kabine und ließen sich nicht mehr einen Rückstand drängen. Im Gegenteil. Als mit Niko Lenz, Arthur Giela und Chris Rommelfanger drei Heimtreffer in Folge bejubelt werden konnten, nahm Gästetrainer Deffte eine frühe Auszeit (34.) und unterbrach so erfolgreich den Ratinger Lauf. Weil aber die Löwen in Person von Arthur Giela mit einem Doppelschlag auf 18:14 (41.) erhöhten, gelang dem Gast nicht die Wende. Und dies obwohl es für die Gastgeber eine äußerst heikle Phase zu überstehen galt.

Nach einem nicht gegebenen Gegenstoßtreffer von Ben Schütte erhält dieser sogar eine Zwei-Minuten-Strafe, die wiederum Ratka derart auf die Palme bringt, dass die Unparteiischen Dürscherl/Keuser auch ihm eine Zeitstrafe aufbrummen. Doppelte Unterzahl also für das Rudel, die der VfL nutzt um auf 18:17 zu verkürzen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist aber auch das Publikum voll da und treibt seine Mannschaft zu einem echten Kraftakt. Ein 4:1-Lauf bis zur 52. Spielminute lässt den alten Abstand von vier Toren wieder auf der Anzeige aufleuchten und gleichzeitig die entscheidende Phase der Partie einläuten.

Gladbeck konterte noch einmal und als Max Krönung zum 22:24 trifft, sind noch gute vier Minuten zu absolvieren. Zeit genug also, um den Löwen noch die Butter vom Brot zu nehmen. Doch diese zeigen den nötigen Willen, die Punkte unbedingt in Ratingen zu belassen und rühren in der Defensive ein letztes Mal Beton an. Dass in der Offensive auch nicht alles rund lief, konnte da zur Nebensache werden. Den Deckel drauf machte dann Chris Rommelfanger mit seinem dritten Treffer zum 26:22 zwei Minuten vor dem Ende, der Endstand war aber noch nicht erreicht. Der feine Heber von Rechtaußen durch Mike Schulz war eines der wenigen technischen Highlights, das an diesem Abend geboten wurde. Den Fans war es aber egal, denn am Ende haben die Löwen zwei ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt gesammelt.

So richtig aus sich heraus gehen konnten sie im Hinblick auf die kommenden Aufgaben aber auch nicht: “Bis Weihnachten haben wir noch vier Spiele vor der Brust, die ganz wesentlichen Einfluss auf die restliche Saison haben können. Insofern freuen wir uns über die zwei Punkte, richten aber schon jetzt den Fokus auf die Partie in Wiesbaden.”, schaut Matthias Piecuch schon auf den nächsten Samstag.

Aufstellung SG: Stecken, Piecuch – Rommelfanger (3), Lenz (2), Janus (3), Zobel (2), Schütte (3/2), Schlierkamp, Giela (4), Bartmann, Schulz (5), Kasal (5), Oesterwind