Spielbericht: Soester TV – SG Ratingen 23:24 (10:12) 21.09.2015: Spielbericht: Soester TV – SG Ratingen 23:24 (10:12)
Netzte in Soest zweistellig: Mike Schulz
Ein hartes Stück Arbeit nach einer durchwachsenen Leistung liegt hinter den Ratinger Löwen. Die zwei gewonnenen Punkte hatte sich das Rudel, gerade weil vieles nicht rund lief, wohl verdient. Am späten Sonntagnachmittag wussten vor allem Malte Jaeger und Mike Schulz zu überzeugen und haben großen Anteil am ausgeglichenen Punktekonto der Dumeklemmer.

Nach der Niederlage der Vorwoche in der heimischen Gothaer Straße gegen die Zweitvertretung aus Minden fielen unter der Woche deutliche Worte. Zu einfach hatten die Löwen die Punkte hergegeben und sich bereits zu einem frühen Zeitpunkt der Saison selbst ein wenig unter Zugzwang gesetzt. Bei der direkten Konkurrenz aus Soest sollten unbedingt zwei Punkte her, um den Abstand zu den Abstiegsrängen konstant zu halten. Die Vorzeichen für dieses Unterfangen deuteten auf verbesserte Chancen im Vergleich zur Vorwoche, der Ausfall von Mathis Stecken konnte durch den kurzfristigen Neuzugang Jan Benninghoff kompensiert werden. Gesund meldeten sich zudem Mike Schulz und Niko Lenz, personell sah es im Rudel schon einmal deutlich schlechter aus.

Der Start in das Duell war auf beiden Seiten von einer gewissen Anfangsnervosität geprägt. Dem Gastgeber gelang dabei der Auftakttreffer per Siebenmeter und es sollten beinahe vier Spielminuten vergehen, ehe Mike Schulz zum 1:1 augleichen konnte. Es war wahrlich kein hochklassiges Handballspiel, dafür aber umkämpft und von Einsatz geprägt. Dies entschuldigte dann auch, dass die Zuschauer in Soest gute sechs weitere Minuten auf den dritten Treffer des Abends warten mussten. Arthur Giela hatte soeben auf 1:2 erhöht und von nun an lief die Tormaschine auf beiden Seiten geringfügig runder. Eine erste Überzahl nutzte der Gastgeber zur ersten deutlicheren Führung an diesem Abend. 9:6 führten die Lohs-Schützlinge in der 23. Spielminute, ehe die stärkste Phase der Löwen beginnen sollte.

Angeführt von den Aktivposten Schulz und Breuer vorne und dem starken Malte Jaeger hinten drehten die Dumeklemmer das Spiel bis zur Pause mit einem 1:6-Torelauf, den Coach Ratka auf einen einfachen Nenner brachte: “Vor der Pause haben wir unsere Fehlerqoute nach unten geschraubt. Das war alles.” Und auch nach Wiederanpfiff hielten seine Jungs diese niedrig. Sukzessive setzten sie sich ab, beim 14:19 (45.) hatte sich ein komfortabler Vorsprung für den Gast entwickelt, an dem auch Dominic Kasal einen großen Anteil hatte. Sein Einsatz war nach einer Verletzung aus dem Training fraglich, sie hinderte ihn aber nicht daran zu zeigen, wie wichtig er für das Rudel sein kann. Zu einfachen Punkten, die im Lager der Dumeklemmer auch niemand erwartet hatte, kamen Kasal und Co. aber nicht.

Die Faktoren hierfür ließen sich leicht identifizieren. Zwei Unterzahlsituationen, ein verworfener Siebenmeter, eine ausgelassene freie Wurfchance und schon war Soest wieder dran, schickte sich sogar an das Blatt zu wenden. 19:19 lautete der Spielstand nach 51 Minuten, die Halle wachte auf und witterte die Siegchance. Die Löwen aber zeigten sich gereifter, hielten in einer hektischen Phase dagegen und konnten sich auf den eiskalten Vollstrecker Mike Schulz verlassen. Seinen beiden Treffern ließen Simon Breuer und Yannick Eckervogt das 20:24 folgen, bei drei noch zu spielenden Minuten bedeutete dies eine Vornetscheidung.

Doch es sollte noch einmal Spannung aufflammen. Eine Zeitstrafe gegen Damian Janus brachte Soest in den numerischen Vorteil, den die Heimmannschaft zu nutzen wusste. 22:24 lautete der Spielstand bei 90 noch verbleibenden Sekunden. Die nur kurz währende Gleichzahl konnte von den Löwen nicht genutzt werden, im Gegenteil. Giela bekam erneut zwei Minuten aufgebrummt und es wurde 30 Sekunden vor dem Schlusspfiff noch einmal richtig heiß. Die Löwen bissen und kämpften, stellten alles was sie hatten gegen den drohenden Punktverlust. Der Anschlusstreffer zum 23:24 zehn Sekunden vor dem Ende fiel zwar, kam aber zum Leidwesen der Soester zu spät. Die verbliebenen Sekunden rannen dahin, das Spiel war entschieden.

Wohlwissend, dass die gezeigte Leistung kein Sahnestück war, fiel das Fazit der Dumeklemmer dennoch positiv aus: “Heute gab es keinen Schönheitspreis. Vielmehr ging es um nichts weniger, als sich vom Abstiegsstrudel fernzuhalten. Hätten wir verloren, wären wir mittendrin gewesen und nach den Erfahrungen vom Vorjahr wollen wir das unbedingt vermeiden. Insofern war es auch enorm wichtig, auch mit einer schlechteren Leistung zwei Punkte zu holen.”, konstatierte Ratka unmittelbar nach Schlusspfiff.

Am kommenden Samstag geht es dann in der Höhle der Löwen weiter, wenn die SG Schalksmühle/Halver versucht einen Fehlstart in die Saison zu vermeiden. Die hoch gehandelte Truppe aus dem Sauerland wartet nach vier Spieltagen noch auf den ersten doppelten Punktgewinn. Beim Blick auf die Ergebnisse zeigt sich aber, dass sie SGSH jedes Mal nah dran war und auch in Ratingen favorisiert sein dürfte.

Aufstellung SG: Jaeger (1.-60.), Benninghoff – Giela (2), Lenz, Breuer (5), Janus (1), Schütte (2/1), Schlierkamp, Bartmann, Schulz (10/1), Kasal (3), Eckervogt (1)