Löwen ärgern Piraten lange 19.09.2016: Löwen ärgern Piraten lange
Ärgerten die Piraten lange Zeit: Ben Schütte und die Löwen
Das Löwenrudel kassiert in Leichlingen die dritte Saisonniederlage, präsentiert sich beim westdeutschen Meister aber als ebenbürtiger Gegner. Bis in die Mitte der zweiten Halbzeit sind die Gäste in Schlagdistanz, mussten sich aber letztendlich dem spielerisch überlegenen Gegner unterwerfen. Am kommenden Samstag reiht sich mit der HSG Krefeld das nächste Top-Team der Liga in die Reihe der Rudelkontrahenten.

Dem Favoriten Paroli geboten, mit Herz und Einsatz gespielt und gekämpft – aber trotzdem war Simon Breuer nicht zufrieden. Nicht, weil noch immer keine Punkte auf dem Rudelkonto eingefahren wurden und auch nicht, weil seine Jungs nicht etwa Fortschritte erzielen. Der Grund für seine Unzufriedenheit war sein Bauchgefühl: “Wir haben einem eigentlich übermächtigen Gegner lange Zeit die Stirn geboten. Das wir am Ende mit leeren Händen dastehen war abzusehen, nach dem Spielverlauf muss ich aber sagen, dass mit einem unbändigen Glauben an sich selbst heute Abend mehr drin gewesen wäre. Und den haben wir leider nicht immer gezeigt.”

Die leichte Nervosität zu Beginn der Partie machte sich vor allem in den Offensivaktionen der Löwen bemerkbar. Hier haperte es zuletzt am meisten und auch in Leichlingen dauerte es seine Zeit, bis Selbstvertrauen und Entschlossenheit zum Erfolg führten. Dann aber lief es unerwartet gut. Bis zum 5:6 (11. Spielminute) war das Rudel in Rückstand, ehe Breuer, Jäckel und Janus binnen zwei Minuten drei Treffer in Folge erzielten und Pirates-Coach Lorenzet zur Auszeit zwangen. Der stellte sein Team neu ein, die anschließende Wende im Spiel hatten aber auch die Löwen mit zu verantworten.

Kleine, aber entscheidende Abstimmungsprobleme in der Defensive, eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Carsten Jacobs und ein verworfener Strafwurf sorgten dafür, dass sich die Führung in einen 8:11-Rückstand wandelte. Nun versuchten die Löwen mittels Time-Out den Fluss der Piraten zu unterbrechen und auch dies gelang. Bartmann und Jäckel bringen das Rudel wieder auf 10:11 (22.) heran, auch beim 12:13 (27.) sitzt es dem LTV unangenehm im Nacken. Eines aber war am Freitagabend bezeichnend: Immer dann, wenn die Löwen sich herangepirscht hatten, leisteten sie sich unnötige Fehler. Eine eigene Überzahl verlieren die Gäste mit 1:2 und Novickis Tor zum 13:17 kann Simon Breuer kurz vor der Pause noch zum 14:17-Pausenstand beantworten.

Den ersten Angriff nach der Pause nutzen die Gastgeber zwar noch zur neuerlichen Vier-Tore-Führung, es folgt aber die beste Phase des Rudels. Keine vier Minuten später besorgte Sebastian Bartmann den Ausgleich – 18:18. “Wir haben den Gegner genau da, wo wir ihn haben wollten. Aber wie schon in der ersten Halbzeit geben wir viel zu schnell wieder her, was wir uns erkämpft haben”, beschreibt Kapitän Schütte, was in ähnlicher Weise schon in Halbzeit eins passierte. Der LTV nutzt Unachtsamkeiten der SG und setzt sich vorentscheidend auf 22:18 (40.). 24:19 (43.) und 27:22 (48.) ab. Die Löwen stecken nicht auf, sind beim Dominik Jungs Tor zum 26:29 (54.) noch in Nähe von Zählbarem. Und auch bei Schüttes viertem verwandelten Siebenmeter zum 28:32 (56.) ist in der Theorie noch alles möglich, der LTV aber spielt all seine Klasse aus, schaukelt den Vorsprung souverän nach Hause, Endstand 35:32 für die Pirates.

Das Fazit kurz nach der Partie ähnelt den vorangegangenen. Enges Ergebnis gegen einen guten Gegner, Fortschritte erkennbar, keine Punkte. Für Breuer kein Grund zur Sorge: “Die Spiele, in denen wir die ersten Punkte holen müssen, kommen erst noch. Wir bleiben ruhig und fokussiert.”

Aufstellung SG: Ferne, Ott – Jung (3), Lenz (1), Breuer (5), Janus (1), Jacobs, Schütte (10/4), Schlierkamp, Maesch (1), Jäckel (5), Bartmann (5), Worm (1)