Löwen ringen Spitzenreiter nieder 14.03.2016: Löwen ringen Spitzenreiter nieder

Das Löwenrudel bleibt für den VfL Fredenbeck ein Alptraum. Wie schon im Hinspiel besiegen die Löwen den Spitzenreiter und holen sich auch die Punkte drei und vier aus den beiden Saisonduellen. Die unverhofften Zähler tun dem Rudel sichtlich gut, weil die abstiegsbedrohten Soester und Schalksmühler ihre Spiele verloren beträgt der Abstand nach unten nun sieben Zähler.

Das Bild der Mannschaft hatte sich im Vergleich zu den Vorwochen sichtlich geändert. Mit den Rückkehrern Damian Janus, Dominic Kasal, Chris Rommelfanger und Ben Schütte war die Löwenkabine bestens gefüllt – ein Anblick, der neu für das Trainergespann Simon Breuer und Richard Ratka war. “Eine volle Bank eröffnet nicht nur taktische Möglichkeiten, sondern lässt auch eine Verteilung der Belastung zu. Das war heute sicherlich auch ein Erfolgsfaktor”, stellte Breuer nach Schlusspfiff zufrieden fest. So gingen die Löwen über sechzig Minuten Vollgas, zeigten gleich von Beginn an, dass sie keine Geschenke verteilen wollten. Da nagte auch nach einem zwischenzeitlichen 2:2 (3.) ein erster klarer Rückstand beim 2:5 knappe vier Minuten später nicht am Nervenkostüm der Löwen.

Besonnen ackerten sich die Löwen durch Tore von Fabian Bednarzik, Sebastian Bartmann und Ben Schütte wieder heran und auch den Zuschauern in der Höhle der Löwen wurde klar, dass heute ein Erfolg im Bereich des Möglichen liegt. Doch der VfL steht nicht umsonst am oberen Ende der Tabelle, nutzte voreilige Abschlüsse des Rudels zur erneuten drei-Tore-Führung (5:8, 13.) und zwang Ratka zur ersten Auszeit des Abends. Der Dumeklemmer-Rückraum stellte sich mit Chris Rommelfanger und Dominic Kasal neu auf, letzterer setzte den 7:8-Anschlusstreffer und nach Schüttes 10:10 (21.) war der nächste Ausgleich geschafft. Wieder aber konterte der Ligaprimus, ging abermals durch sehenswerte Rückraumtreffer in Front und brachte die Löwen in eine prekäre Lage. Marcel Müller verkürzte zunächst auf 11:14 (27.), als erst Damian Janus und kurze Zeit später Yannick Eckervogt auf die Strafbank geschickt wurden. Bis zur Pause hatte das Rudel also eine dreieinhalb Minuten andauernde Unterzahl zu überstehen, die eine kleine Vorentscheidung hätte bedeuten können. Doch aus der Not machte das Rudel eine Tugend, kämpfte sich sogar bis zum 12:15 durch Mike Schulz wieder heran.

Die Hausherren kehrten ein wenig wacher aus der Kabine zurück, als es den mitgereisten Fredenbecker Fans lieb sein konnte. Ein Dreierpack von Müller, Schulz und Breuer brachte den 16:16-Ausgleich. Obwohl immer wieder der Gast vorlegte, ließen sich die Löwen nicht abschütteln, blieben immer in Schlagdistanz und gingen durch Dominic Kasal, erstmals seit der Anfangsphase, beim 21:20 (43.) wieder in Führung. Beide Teams klappten nun das Visier hoch, weniger taktische Finessen als von Kraft geprägte Einzelleistungen führten nun zu Erfolgen. Das 27:27 (53.) war das dreizehnte Tor innerhalb von zehn Spielminuten, die heiße Phase des Duells war längst angebrochen.

Simon Breuer setzte das 28:27, dem Schulz das 29:27 folgen ließ. Doch nicht nur die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor ließ nun das Pendel zu Gunsten der Löwen ausschlagen, auch im Tor wussten sie nun den Vorteil auf ihrer Seite. Neben mehreren Siebenmetern machte Mathis Stecken auch mehrere sogenannte “Hundertprozentige” gerade in der Schlussphase zunichte und so ergab sich dreieinhalb Minuten vor dem Ende erneut Kasal die Chance auf drei Tore zu erhöhen – und er nutzte sie. Dass es aber noch lange nicht vorbei war, lag an der unmittelbar folgenden Zeitstrafe, die er im Gegenzug kassierte. Das Rudel hielt den Vorteil dennoch, das alles entscheidende 32:29 durch Simon Breuer fiel aber erst vierzig Sekunden vor Abpfiff.

Der Rest war purer Jubel mit einer gehörigen Portion Erleichterung. Mit dem unerwarteten Erfolg verschaffen sich die Dumeklemmer weitere Luft im Abstiegskampf und können in einer Woche gegen Korschenbroich nachlegen. Im zweiten Heimspiel in Folge steigt das Derby gegen die Mannschaft der Stunde. Drei Siege in Folge, die letzten fünf Spiele unbesiegt. Das ist die Bilanz der Teams von Ronny Rogawska. Es bleibt abzuwarten, ob die Löwen wieder zur alten Heimstärke finden.

Aufstellung SG: Jaeger, Stecken – Rommelfanger (1), Müller (3), Bednarzik (5), Breuer (5), Janus, Schütte (6/1), Schlierkamp, Bartmann (3), Schulz (5), Kasal (3), Eckervogt (1)