Löwen unterliegen Longerich 12.09.2016: Löwen unterliegen Longerich
Nikolai Lenz, Damian Janus und Carsten Jacobs
Im ersten Heimspiel der Saison gelingt den Löwen nicht der erhoffte erste Punktgewinn. Nach zerfahrenen sechzig Minuten durchbricht der Gast aus Longerich die bisherige Duellbilanz, in der jeweils die Heimmannschaft die Oberhand behielt. Die nächste Gelegenheit, dass eigene Punktekonto zu füllen bietet sich dem Rudel am kommenden Freitag in Leichlingen.

Die Premiere in der Höhle der Löwen in der Saison 2016/2017 ist für die Löwen mit einem unglücklichen Ausgang versehen worden. Der Rahmen passte, über 400 Handballfans bedeuteten im Spieltagsvergleich Platz drei im Zuschauerranking der dritten Liga West. Und was die Heimmannschaft am Samstagabend bot, ließ sich zunächst gut an. Die Offensivreihen wiesen auf beiden Seiten zwar Verbesserungspotenzial auf, die Kombination aus Torwart und Abwehrverbund war für gute siebzehn Minuten das klare Plus auf Rudelseite. Die sieben Treffer beim 7:4-Zwischenstand erzielten sieben verschiedene Löwen, eigentlich immer ein gutes Zeichen für eine geschlossene Mannschaftsleitung. Diese Tatsache spiegelte aber nur die halbe Wahrheit des SG-Spiels wider.

Denn schon hier offenbarten die Löwen ihre größte Baustelle, die sie bis zum Ende nicht schließen konnten. Insgesamt verfügte der Rückraum der Gastgeber an diesem Abend über zu wenig Durchschlagskraft. So konnte sich der LSC auf die Verteidigung der Nahwurfzone konzentrieren und die Versuche der Löwen, über den Kreis zum Erfolg zu kommen zu oft erfolgreich vereiteln. Die Löwen mühten sich, rieben sich auf und konnten doch keine Ernte einfahren. Ein ernüchternder 1:8-Lauf bis zu Halbzeit brachte sie in einen deutlicheren Rückstand, mit 8:12 wurden die Seiten gewechselt.

Spielertrainer Simon Breuer, der erstmals von Leszek Hoft auf der Bank unterstützt wurde, nutzte die Gelegenheit und stellte seine Jungs neu ein. Bis zum 11:13 nach einem verwandelten Siebenmeter sah es auch danach aus, als könnte dem Rudel die Wende gelingen. Keine vier Minuten später und vier Gästetreffern in Folge war dieses Gefühl aber schon wieder Makulatur. Der 11:17-Rückstand hätte manches Team einbrechen lassen, doch die Löwen bewiesen Charakter. Bis zum 15:19 (47.) hatten sie sich wieder herangepirscht, als binnen kürzester Zeit gleich drei (!) Akteure der Dumeklemmer das Spielfeld verlassen mussten.

In dreifacher Unterzahl gelang dem Rudel beinahe Unmögliches, denn den vermeintlichen Nachteil verkehrten die zwei Premierentreffer von Neu-Löwe Dominik Jung in das Gegenteil. Das 17:19 ließ seine Mannschaft in Schlagdistanz und auch beim 18:230 (51.), ebenfalls durch den Youngster erzielt, war noch alles drin. Die Aufholjagd hatte aber Spuren hinterlassen. Longerich nutzte die entstandene Müdigkeit des Gegners aus und setzte sich bis zum 24:19 (56.) durch Marian Dahlke vorentscheidend ab. Auch durch die offene Manndeckung ließen sich die Kölner nicht aus der Ruhe bringen, schaukelten das Duell bis zum abschließenden 23:26 abgeklärt nach Hause.

“Wir waren heute aus der Distanz nicht gefährlich genug. Der LSC hatte mit seinem massiven Innenblock und den aggressiven Halbverteidigern dann einen Vorteil, den wir bis zum Ende nicht ausgleichen konnten. Gut gefallen hat mir die Reaktion der Mannschaft, denn sie hat Charakter bewiesen und nie aufgegeben. Auch wenn es zwischenzeitlich in dreifacher Unterzahl nicht leicht war an sich selbst zu glauben, haben die Jungs genau das getan”, nimmt Simon Breuer die positiven Aspekte mit in die Vorbereitung auf die nächste Aufgabe. Schon am kommenden Freitagabend gastieren die Löwen beim amtierenden Westdeutschen Meister, dem Leichlinger TV.

Aufstellung SG: Ferne, Ott – Jung (3), Lenz, Breuer (5), Janus (3), Kasal, Jacobs (3), Schütte (6/5), Schlierkamp (1), Maesch (1), Jäckel (1), Bartmann, Worm