Richard Ratka im ausführlichen Interview 12.01.2015: Richard Ratka im ausführlichen Interview
Freut sich auf das Wiedersehen alter Bekannter: Richard Ratka
SGR: Hallo Richard. Wie hast Du die Weihnachtstage verbracht?

RR: Nach unserem letzten Spiel in 2014 gegen den Soester TV habe ich den Jungs und mir ein paar freie Tage gegönnt. Ich persönlich habe es ganz ruhig angehen lassen und ein besinnliches und sehr entspanntes Weihnachtfest begangen. Das tat gut und hat Kraft gegeben für das was kommt. SGR: Du sprichst es bereits an. Mit dem Sieg im letzten Heimspiel habt ihr eine gute Phase zum Ende des Jahres abgerundet und Euch eine solide Basis für die Rückrunde erarbeitet.

RR: Nach anfänglichen Problemen haben wir eine etwas längere Zeit als erhofft benötigt, um uns an die neue Spielklasse zu gewöhnen. Da hat zwar auch das immense Verletzungspech eine Rolle gespielt, aber es wäre zu einfach die Ursachen hier fest zu machen. Nach der deutlichen Niederlage gegen den TuS Ferndorf Anfang November war dann gewissermaßen ein Tiefpunkt erreicht. Wir waren Letzter und hatten kaum Selbstvertrauen, andererseits kann es mit dem Rücken zur Wand nur in eine Richtung gehen. Der hart erkämpfte Sieg gegen Neuss war dann der Wendepunkt und Anfang der guten Phase, die glücklicherweise bis zum Ende des Jahres andauern sollte. Wir haben uns hiermit eine gute Ausgangsposition erarbeitet, aber auch nicht mehr. Und das betone ich immer wieder: Es war, ist und bleibt eine sehr harte Saison mit vielen Mannschaften auf Augenhöhe. Wer sich ausruht, wird sofort die Konsequenzen spüren. SGR: Wie bereitet sich das Löwenrudel auf die kommenden Wochen und Monate vor?

RR: Seit dem 5. Januar sind wir wieder im Training. Dadurch, dass wir das erste Spiel der Rückrunde bereits absolviert haben ist unsere Pause im Januar ein wenig länger. Insofern haben wir einen relativ lockeren Auftakt hingelegt, aber nur um dann einen Tag später wieder voll anzugreifen. Die Jungs ziehen gut mit und die letzten Erfolgserlebnisse haben sie heiß gemacht auf die Rückrunde, die mit dem Heimspiel gegen die HSG Krefeld ihre Fortsetzung findet. Zuvor gibt es aber noch ein Highlight, das vor allem für die sportbegeisterten Ratinger gedacht ist und meiner Mannschaft noch einmal zeigen wird, wie hart es werden wird. SGR: Du sprichst von dem Freundschaftsspiel am 18.01. gegen deinen alten Verein, GWD Minden?

RR: Genau. Ich durfte viele Jahre als Trainer in diesem Verein arbeiten und verbinde immer noch viele schöne Erinnerungen mit dieser Zeit. Außerdem gibt es hier ja eine interessante Querverbindung zu Hotti Bredemeier, der damals in Hösel eine echte Erfolgsgeschichte geschrieben hat und kurze Zeit später mein Trainer bei der TuRu Düsseldorf war. Ich kenne ihn nun schon seit etlichen Jahren und freue mich auf ein Wiedersehen. Gleichzeitig hoffe ich natürlich darauf, dass viele alte Bekannte den Weg in die Halle finden und die Chance nutzen neben Bundesligahandballern auch Weggefährten aus alten Zeiten zu sehen. SGR: Sechs Tage danach geht die Saison dann weiter. Glaubst Du die Mannschaft findet schnell wieder in den Ligaalltag?

RR: Nur damit wir uns richtig verstehen: Für mich als Trainer und die Mannschaft ist das Minden-Spiel eine tolle Vorbereitung. Die Jungs werden auf höchstem Niveau gefordert, aber: Unsere volle Konzentration gilt dem regulären Spielbetrieb, und mit der HSG Krefeld kommt gleich ein Spitzenteam zu uns. Das wird immens schwer, obwohl wir im Hinspiel lange Zeit mitgehalten haben. Im Laufe der Zeit haben wir in den Spielen unsere guten Phasen aus- und die schlechten abbauen können. Es ist also durchaus was drin, wenn Einstellung und Disziplin von Anfang an stimmen. Aber es wird ein langer und harter Weg, das nötige Glück dazu müssen wir uns erkämpfen. SGR: Und was für Ziele habt ihr Euch für den weiteren Saisonverlauf gesteckt?

RR: An unseren Zielen hat sich nichts verändert. Wir wollen mit aller Macht drinbleiben. Und dabei schauen wir vor allem nach unten, denn es geht nach wie vor extrem eng zu im Tabellenkeller. 6-7 Mannschaften kämpfen dabei um den ersten Nichtabstiegsplatz und auch Soest und Wiesbaden darf man nicht abschreiben. Wir haben am eigenen Leib erfahren wie schnell es gehen kann. SGR: Vielen Dank, Richard!

RR: Gerne!