Spielbericht: SG Ratingen – GWD Minden II 08.03.2015: Spielbericht: SG Ratingen – GWD Minden II
Zwölffacher Torschütze für das Löwenrudel: Mike Schulz
Die Null ist die Zahl der Woche für das Löwenrudel. Nach dem erkämpften Heimsieg gegen die Bundesligareserve der GWD Minden stehen sie nämlich erstmals in dieser Saison mit einer ausgeglichenen Bilanz da. 23:23 Punkte, Platz 9 verteidigt und den Abstand auf die Abstiegsränge konstant gehalten. Löwenherz, was willst Du mehr.

Zu den ohnehin Langezeitverletzten gesellte sich in der Trainingswoche glücklicherweise kein Spieler hinzu, lediglich Mike Schulz, Sebastian Bartmann und Ben Schütte hatten krankheitsbedingt die Trainingbeteiligung zurückfahren müssen. Die regelmäßig wechselnde Besetzung im Alltag der Löwen gefällt ihrem Trainer Ratka zwar nicht, wie der berühmte Nager sammeln sie aber fleißig weiter Zähler, so dass auch der Dumeklemmer-Coach zumindest ein wenig besser mit dieser Situation umgehen kann.

Rein spielerisch blieben am Samstagabend viele Wünsche offen. Auf beiden Seiten waren überflüssige Fehler durchgehend präsent, selten waren Tore ein Ergebnis einer erfolgreichen Mannschaftstaktik. Dennoch startete die Partie mit leichten Vorteilen für die Löwen, Mike Schulz und Florian Schlierkamp sorgten für ein schnelles 2:0, Arthur Giela setzte mit einem Doppelschlag das 4:2 oben drauf. Die ersatzgeschwächten und blutjungen Mindener profitierten in der Folge von zwei Faktoren. Routinier Christopher Kunisch kehrte nach seiner Verletzungspause zurück ins Team und nahm die Fäden in die Hand, strahlte vor allem in der Anfangsphase Torgefahr aus. Außerdem ermöglichten die Löwen mit eigenen Fehlern die Chancen zu erster und zweiter Welle – Minden war wieder da und ließ sich auch nicht abschütteln.

Und da die Löwen ihre Fehler nicht abstellten, waren sie es plötzlich, die einem Rückstand hinterherliefen. Nach einer vermeidbaren Zeitstrafe für Arthur Giela erhöhte Minden auf 13:11. Ratka nahm ein Timeout und das Rudel ließ sich wachrütteln. Angeführt von einem bärenstarken Mike Schulz, am Ende mit 12 Toren erfolgreichster Torschütze, drehten es den Spieß wieder um. Nikolai Lenz erhöhte zwei Minuten vor dem Wechsel sogar auf 18:15 und auch die Zuschauer waren nun der Hoffnung, dass es so weitergehen könnte. Doch so sollte es in diesem Spiel nie sein, die einzige Konstante war die Inkonstanz, den 18:17 Pausenstand stellte Minden erneut nach einem Ratinger Fehler sicher.

Nicht lange nach Wiederanpfiff kam es zum ersten Aufreger der stets fair geführten Partie. Mindens Rechtaußen Antonevitch wird siebenmeterwürdig gefoult und fällt unglücklich auf den Rücken. Seine Reaktion ließ Schlimmes vermuten, nach einer ausgedehnten Behandlungspause schreitet selbiger aber schnurstracks zum Siebenmeterpunkt. Hiervon hielten sich nicht nur die Zuschauer verschaukelt und quittierten die Situation mit einem Pfeifkonzert. Und als Mathis Stecken den Strafwurf auch noch hält, war die Höhle der Löwen endgültig da. Dem dann doch noch folgenden Ausgleich durch Kunisch (19:19, 36.) folgte die stärkste Phase der Gastgeber.

Dominic Kasal und Mike Schulz erzielten in Überzahl die Tore 20 – 22, ehe es Damian Janus mit seiner dritten Zeitstrafe erwischte. Die Hinausstellung des Co-Kapitäns brachte seine Farben aber nicht aus der Ruhe, über die Stationen 24:19 und 27:21 prangte die erste deutliche Führung des Abends auf der Anzeigetafel. Doch auch das 28:22 (50.) durch Giela sorgte nicht für Entspannung im Löwenrudel. Drei schnelle Mindener Tore zwangen Ratka zur erneuten Auszeit. Nur kurz währte die Wirkung der Ansprache, auch das 30:26 durch René Zobel bedeutete noch keine Entscheidung, es sollte noch einmal spannend werden.

Denn trotz der anhaltenden Serie zeigten die Löwen, dass es noch genug Baustellen gibt. Zu leicht gaben sie in der entscheidenden Phase den Vorsprung her, 90 Sekunden vor dem Ende hier es nur noch 30:29. Konfus gestaltete sich der Aufbau zum vorletzten Ratinger Torwurf, als sich plötzlich Zobel auf der ungewohnten Rechtaußenposition wiederfindet. Aus beinahe unmöglichem Winkel nimmt er sich ein Herz und entscheidet mit einem Dreher, den er so wohl selbst nicht für möglich gehalten hätte, die Partie. Der letzte Gästeangriff findet nicht den Weg zum Dumeklemmer-Tor und eröffnet so die Gelegenheit für Mike Schulz. Der nutzt sie und krönt seine Leistung, macht das Dutzend zum 32:29 voll.

“Heute hat vieles nicht funktioniert, mit einer Sache können wir dennoch zufrieden sein. In der Kabine habe ich der Mannschaft gesagt, dass wir nun endlich auch einmal ein Spiel gewinnen sollen, in dem wir wirklich keine gute Leistung abliefern.”, kommentiert Rakta die erkämpften Punkte. Und wie zuletzt auch stellten sich diese als immens wichtig heraus, denn auch die abstiegsbedrohten Neusser gewannen ihr Heimspiel, seit Wochen punkten alle Mannschaften der unteren Hälfte regelmäßig. In der kommenden Wochen geht es für die Löwen nach Gummersbach, ein weiterer Kandidat, den sie gerne am Ende hinter sich lassen würden.

Aufstellung SG: Stecken, Zielke – Giela (8), Lenz (2), Janus (1), Zobel (2), Schütte, Schlierkamp (2), Bartmann (1), Schulz (12/4), Kasal (2), Helfrich, Oesterwind (2)