Zwote gewinnt knapp in Gerresheim 04.12.2016: Zwote gewinnt knapp in Gerresheim
Michael Hoffend v.K. hielt den SG-Sieg fest.
Es waren einige Parallelen zur Vorwoche zu erkennen, beim Sieg der zweiten Herren bei der HSG Gerresheim 04 – allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Im Spitzenspiel gegen den ETB Essen lag die SG lange zurück, kämpfte sich ins Spiel und gewann schließlich denkbar knapp mit einem Tor. Auch in Gerresheim siegte man mit einem Zähler, die fulminante Aufholjagd zeigte aber der Gastgeber.

Dabei zeigten die Dumeklemmer zwei Halbzeiten wie Licht und Schatten. Ohne Basti Schlierkamp (Schulter) und Fabian Zarnekow (1. Herren), dafür aber mit Marcel Müller nach überstandenem Urlaub und den genesenen Salim Jahan Bakhsh und Jan Holtgrave kamen die Roten nach Spielbeginn wesentlich besser aus den Startlöchern und zogen schnell auf 1:5 und 5:10 davon. Besonders Yannik Nitzschmann war heiß wie Frittenfett, der Junglöwe erzielte vier der ersten sechs SG-Treffer. In der Vorwoche lief für die Ratinger gerade in der ersten Hälfte nichts zusammen, nicht so in Gerresheim. Die Angriffsmaschinerie lief wie gewohnt und besonders die Abwehr unter Abwehrchef Jan Holtgrave, der sein Comeback gab, arbeitete sehr zur Zufriedenheit von Löwenbändiger Hoft. 7:12, 9:14 und schließlich das 11:16 mit dem Pausenpfiff waren die weiteren Zwischenstände, es sah so aus als würden die Löwen nichts anbrennen lassen und ihren Stiefel routiniert runterspielen.

Diese Rechnung wurde allerdings ohne den unbändigen Willen der Gerresheimer gemacht. Der Beginn der zweiten Hälfte verlief noch im alten Muster. Ratingen spielte ruhig und abgeklärt, konnte seinen Vorsprung beim 13:20 erstmals auf sieben Tore vergrößern. Selbst beim 18:24 Mitte der zweiten Halbzeit deutete nichts auf eine spannende Schlussphase hin, vor allem in Halbzeit Eins war die SG in nahezu allen Belangen die überlegene Mannschaft. Was folgte konnte auch nach Spielende kein Ratinger so wirklich in Worte fassen, denn das Spiel was bis dahin komplett in Löwenhand lag, geriet zunehmend außer Kontrolle. Gerresheim stellte den Roten nun eine aggresive 5:1 Deckung entgegen, gegen die es dem jungen Löwenrückraum, in jeglichen Konstellationen, schwer fiel Lösungen zu finden. Auf der anderen Seite erzielte die HSG 04 nun immer mehr schnelle Tore aus dem Rückraum, der in der ersten Halbzeit nicht zu existieren schien. Tor um Tor kämpften sich die Gastgeber heran, beim 24:26 war der Gegner dann voll da – und der Tabellenführer geriet ins Wanken. In Folge dessen konnten sich die Löwen immerhin nochmal auf 24:28 absetzen, das sollte aber das letzte verschossene Pulver für dieses Spiel gewesen sein. Dabei galt es noch einige Minuten zu überbrücken.

Immer weniger und weniger sinnvoll ausgespielte Angriffe der SG standen einem bärenstarken Michael Hoffend von Knobloch gegenüber, der den Ratingern in dieser Phase das Spiel rettete. Im ganzen Spiel glänzend aufgelegt setzte der 32-jährige Torhüter in der Schlussphase noch einen oben drauf und parierte drei freie Würfe in Folge – zu dieser Zeit war er der mit Abstand beste Ratinger auf dem Feld. Dennoch kamen die Gerresheimer über das 26:28 immer näher heran, als beim 28:29 zum ersten Mal der Anschluss fiel. Eine Situation, die am Ende der ersten Halbzeit noch undenkbar schien war nun da: ein Spiel aus Messer’s Schneide. Ratingen netzte zur zwei-Tore-Führung, kassierte im Gegenzug das 29:30, aber hatte wenigstens mit einer Minute auf der Uhr den Ball, um das Spiel zu entscheiden. Das Anspiel an den Kreis kam nicht an, sodass Gerresheim in den letzten 30 Sekunden die erste Chance auf den Ausgleich bekam. Deren Kreisanspiel und der folgende Wurf fand allerdings nicht den Weg ins Tor, sodass die SG mit blauem Auge davon kam und zwei wichtige Punkte im Kampf um den Aufstieg mitnimmt.

Dabei muss man sich aber vor allem selbst an die Nase fassen. Nach einer durchweg überzeugenden ersten Halbzeit wird das Spiel unnötig eng, sodass man die am Ende verlorenen Nerven selbst zu verschulden hat. Unter dem Strich reichten in Gerresheim 40 gute Minuten aus um zwei Punkte mit nach Hause zu nehmen, man muss im selben Satz aber auch dem Gegner ein Kompliment aussprechen, die egal bei welchem Spielstand nie aufgegeben haben und die SG mit einer kämpferisch einwandfreien Leistung in der Schlussphase vor eine enorme Hürde gestellt haben. Einmal mehr zu erwähnen ist SG-Keeper Michael Hoffend von Knobloch, der an diesem Tag den imaginären Man-of-the-Match Titel mit nach Hause nimmt und einen großen Anteil an der verteidigten Tabellenführung hat. Durch den Sieg stehen die Löwen nämlich weiterhin mit 16:2 Punkten an der Spitze der Landesliga und bereiten sich in der kommenden Woche auf die Verteidigung dieser gegen Jahn/West vor.

Hoffend von Knobloch – Nitzschmann 9, Steppke 4, Lindner 4, Dobrolowicz 4, Müller 4/3, Oppitz 2, Schult 1, Jahan Bakhsh 1, Bauer 1, Achenbach, Holtgrave.