4. Herren: Glanzvolles Debüt – Schmerzliche Niederlage 02.11.2016: 4. Herren: Glanzvolles Debüt – Schmerzliche Niederlage
Musste verletzt aussetzen: Frank Koch
Die vierte Herrenmannschaft kam nach der Spielpause während der Herbstferien leider nur schleppend aus den Startlöchern. Nach der zweiten Saisonniederlage, eingefangen am vergangenen Sonntag mit 13:18 (7:10) gegen den TuS Erkrath, steht die EsGehFir mit ausgeglichener Bilanz da, doch er wäre mehr dringewesen.

Es bestätigte sich die bereits in der jüngeren Vergangenheit gemachte Erfahrung: Der SG liegen weder Spieltermine um Halloween herum noch die Mannschaften aus Erkrath. Beides verleitet die Ratinger aus noch ungeklärten Umständen zu einer wahrlich gruseligen Chancenverwertung. Der letzte Sieg gegen Erkrath stammt mittlerweile von Anfang 2013. Seither gab es nach teilweise verkorksten Spielen stets vermeidbare Niederlagen. Der Bann konnte leider auch diesmal nicht gebrochen werden. Dabei begegneten sich beide Mannschaften spielerisch und kämpferisch durchweg auf Augenhöhe. Wenngleich die jeweils sechs Hinausstellungen und zahlreichen Siebenmeter auf beiden Seiten anderes vermuten lassen würden, war es eine – an Spielklasse, Tageszeit und Durchschnittsalter der Aktiven orientiert – angemessen hart, aber fair geführte Partie. Die zahlreichen verhängten Strafen waren eher Ausdruck der schiedsrichterlichen (Über)Fürsorge um die Gesundheit aller Beteiligten.

Der gute Start, eine 3:2-Führung und eine zupackende, sehr stabile Abwehrreihe gaben der SG-Mannschaft leider nicht die nötige Sicherheit im Spiel nach vorn. Nicht ausreichend ausgespielte Angriffe, überhastete Abschlüsse und reihenweise auf den Torwart oder neben den Kasten platzierte Würfe ließen die Spieler sowohl auf der Platte als auch auf der Bank die Haare raufen. Zu allem Überfluss fiel Torwart Frank Koch verletzungsbedingt aus, doch konnte dies weder das bis dahin und auch fortwährend gezeigte schlechte Angriffsspiel noch die kassierte Niederlage auch nur ansatzweise erklären. So mussten sich die Gäste nicht wirklich anstrengen, um Mitte der ersten Halbzeit einen 3-Tore-Vorsprung herauszuwerfen und bis zum Pausenpfiff zu bewahren.

Entschlossen, die Fehler des ersten Durchgangs abzustellen, gingen die Ratinger den zweiten Abschnitt vielversprechend an. Nach dem Anschluss zum 10:11 schlichen sich jedoch erneut Hektik und eine miserable Torquote ins Spiel ein. Dass der Top-Scorer trotz allem auf ein halbes Dutzend Buden kam, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass er damit immer noch weit unter seiner sonst üblichen Quote lag. Und die Gründe dafür, dass auch alle anderen hinter ihren Möglichkeiten zurückgeblieben sind, gilt es schnell zu erforschen und auszumerzen – am Gegner kann es kaum gelegen haben.

Einziger, umso mehr strahlender Glanzpunkt des Spiels aus Ratinger Sicht war das offizielle Debüt von Markus Grüll in der Halle an der Gothaer Straße. Bereits in den vergangenen Wochen konnte er unter Beweis stellen, dass er bestens in die Reihen der EsGehFir passt. Bis vor zwei Jahren noch in Meerbusch aktiv, gab Grüll nunmehr ein erfolgreiches, mit dem ersten Tor für sein neues Team gekröntes Comeback, das Lust auf mehr macht. Er hätte sicher auch noch das ein oder andere Tore erzielen wollen, wenn sich nicht aus der Not heraus die Chance geboten hätte, sogleich eine Kostprobe seiner ganzen Einsatzbreite zu zeigen: Ab Mitte der ersten Halbzeit übernahm er nicht einfach nur den Posten des Torwarts, sondern sandte mit einigen spektakulären Paraden inklusive dreier entschärfter Siebenmeter beste Genesungswünsche an das arg lädierte, eisverpackte Koch-Knie.

Für die SG steht am kommenden Wochenende wieder ein Ausflug in die Landeshauptstadt an, wenn es im Spiel gegen den DSC 99 darum gehen muss, die Tendenz wieder hin zum Positiven zu wenden und den Tabellennachbarn auf Distanz zu halten.

SG Ratingen: Koch – Appenowitz, A. Ellrott (2), J. Ellrott (6), Gerard (1), Grüll (1), Heidel, Hetzel, Herzberg, König (1), Matthes, Vangelista (2).