Fazit: SG Ratingen feierte am ersten April Geburtstag 01.04.2015: Fazit: SG Ratingen feierte am ersten April Geburtstag

Im dritten Jahr des Bestehens konnte der ausnahmslos positive Verlauf der letzten Jahre fortgesetzt werden. Nachdem die Mannschaft mit ihrem neuen Trainer Richard Ratka nur im Januar 2014 eine Schwächephase durchlaufen musste fing sich das Löwenrudel schnell wieder und machte am vorletzten Spieltag der Oberliga die Meisterschaft perfekt. Florian  Schlierkamp entschied per Siebenmeter eine umkämpfte Partie gegen die Bundesligareserve des TuSEM Essen und sicherte so vorzeitig den Titel.

Hiermit gleichbedeutend war die Qualifikation für die Relegation um den Aufstieg in die dritte Liga, in der mit dem Longericher SC ein ebenbürtiger Gegner aufwartete. Nach dem 28:22 in Ratingen und dem Zuschauerrekord von über 1.500 handballbegeisterten Menschen in der Sporthalle Gothaer Straße entschied sich die Aufstiegsfrage im Rückspiel. Dass es dabei so eng werden würde hätten wohl die Wenigsten erwartet. Die letzten Reserven mussten mobilisiert werden, beide Teams schenkten sich nichts und am Ende gewann nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft diesen Krimi auf höchstem Unterhaltungsniveau. Nachdem ein Treffer des LSC deutlich nach der Schlusssirene folgerichtig nicht gewertet wurde traten die Löwen den Weg ins Abenteuer dritte Liga an.

Mit einigen Neuerungen im Kader startete die Vorbereitung auf die Spielzeit 2014/2015. Man wähnte sich bestens gerüstet für die anstehende Herausforderung, ehe eine schier unvergleichliche Verletztenmisere mit teils einschneidenden Konsequenzen den Löwen zusetzte. Nicht weniger als 7 (!) Spieler meldeten sich noch in den ersten Wochen verletzt, in drei Fällen mussten sogar die Leistungssport-Schuhe an den berühmten Nagel gehängt werden. So kam es, dass binnen kürzester Zeit Alternativen gesucht und auch gefunden wurden: Tim Wittenberg, Matthias Piecuch, Alexandru Ionita und sogar Rückkehrer Chris Rommelfanger verstärkten das Rudel. Wenig verwunderlich also, dass der Start in die Drittligasaison holprig verlief, die ersten fünf Partien gingen verloren. Die Mannschaft blieb indes ruhig und gelassen. Mit Recht, denn nach einzelnen Erfolgserlebnissen spielten sich Giela, Janus & Co. in ihre vorerst stärkste Phase. Von den letzten sechs Spielen vor dem Jahreswechsel gewannen sie fünf und schoben sich so auf den 11. Tabellenplatz vor.

Für die Rückrunde änderte sich unterdessen nichts an der Zielsetzung im Rudel. Nicht mehr aber eben auch nicht weniger als der Klassenerhalt soll am Ende zu Buche stehen und so war und bleibt Bodenhaftung die oberste Löwentugend. Denn die direkte Konkurrenz war bis zuletzt immer nah dran, Ausruhen oder Zufriedenheit wären zu jedem Zeitpunkt die schlechtesten Alternativen gewesen. Doch die Löwen blieben sich auf eine Art und Weise treu, die kaum jemand für möglich gehalten hätte. Spiel um Spiel wuchsen Zusammenhalt und Selbstvertrauen, mit teils überraschenden Ergebnissen wie den Siegen gegen Leichlingen und in Schalksmühle oder dem überragenden Kampfgeist im Duell mit der HSG Krefeld. Unvergessen wie das Rudel in nur zwei Spielminuten einen vier-Tore-Rückstand ausglich und in letzter Sekunde zum glücklichen aber ebenso verdienten Punktgewinn kam. Viele kleine Schritte waren im Verlauf der Spielzeit nötig, jeden einzelnen ging es an.

Die Saison bog für die Spielgemeinschaft, die am heutigen Tag 4 Jahre jung wird, etwas früher in die entscheidende Phase ein als für viele andere Teams der Liga. Das hatten sich Mannschaft und Trainer in harter Arbeit selbst zum Geschenk gemacht. Die Siege gegen die direkte Konkurrenz um den Klassenerhalt aus Soest, Duisburg oder Neuss erlaubten es nicht nur einen komfortablen Abstand zur kritischen Zone aufzubauen, sondern eben auch vier (!) Spieltage vor Rundenende die Gewissheit zu besitzen, auch im kommenden Jahr die klassenhöchste Mannschaft in Düsseldorf und Umgebung stellen zu dürfen. Eine Tatsache, die nicht nur aufgrund der jungen Geschichte der SG kaum hoch genug eingeschätzt werden kann und bei der isolierten Betrachtung der erzielten Erfolge schnell in den Hintergrund gerät.

Für die kommenden Jahre haben sich unterdessen die Verantwortlichen der Spielgemeinschaft auf einen mehrstufigen Zielkatalog verständigt und wollen so eine nachhaltige und weiterhin positive Zukunftsgestaltung gewährleisten. Der bereits erwähnte Klassenverbleib soll dabei die Grundlage für kommende Jahre bilden. Gestaffelt für die folgenden vier Saisons sollen die Platzierungen 11., 9., 7. und 5. anvisiert werden. Dabei helfen sollen zwar auch die Neuzugänge im Rudel Malte Jäger und Simon Breuer, die große Stärke im Kader bleibt aber das Zusammenbleiben und die stetige Weiterentwicklung beinahe aller Löwen. Beleg dafür sind die langfristigen Vertragsverlängerungen von  Leistungsträgern wie Damian Janus, Mathis Stecken oder Sebastian Bartmann. Sie haben also viel vor, die Ratinger Löwen der SG. Und genug Stoff für das Weiterschreiben der Erfolgsgeschichte ist auch vorhanden. Man darf gespannt sein.