25.08.2017: Zwote startet in heiße Phase

Das dezimierte Team nach dem Spiel in Dormagen.

Nach der Urlaubszeit ging es für die Zwote wieder an die Arbeit. In der zweiten Vorbereitungsphase soll sich das neuformierte Team zusammenfinden und sowohl technisch, als auch taktisch bestens auf die Herausforderung Verbandsliga vorbereitet werden. Zum Abschluss der ersten Trainingswoche ging es direkt ins Trainingslager.

Locker wieder anfangen, das gibt es bei Leszek Hoft nicht. Der Urlaub ist vorbei, also gibt der polnische Übungsleiter direkt wieder Vollgas. Das bedeutet: an 7 Wochentagen wird 6 mal trainiert. Nach einer kurzen Ballgewöhnung, ersten taktischen Maßnahme und etwas Wurftraining wurde dann zum ersten Mal in der zweiten Phase getestet, auswärts bei der HSG Velbert/Heiligenhaus.

Die Truppe von Trainer Olli Franke kannte man noch aus der Landesliga, wo sich die HSG trotz ihrer durchwachsenen Saisonleistung als starker Gegner herausstellte. Die personelle Situation beim ersten Löwentest am Freitagabend angespannt. Salim Jahan Bakhsh, Basti Lindner, Fabian Zarnekow, Clemens Oppitz und Thomas de Vree waren alle noch im Urlaub oder beruflich verhindert, Neuzugang Nils Kossmann verletzte sich in der ersten Trainingswoche leicht am Fuß. Dafür konnte Trainer Hoft kurzfristig auf Sven Michel und Simon Caspari aus der dritten Mannschaft zurückgreifen.

Trotz des frühen Vorbereitungsstandes und der knappen Personallage kam die SGR ziemlich gut aus den Startlöchern. Vor allem Patrick Achenbach und Marc Steppke auf den Halbpositionen legten los wie die Feuerwehr und konnten die Löwenführung schnell ausbauen. Obwohl man zum ersten Mal in dieser Konstellation gemeinsam auf der Platte stand, funktionierte auch die Deckung auf Anhieb. Achenbach bildete mit Neuzugang Alex Enders den neuen zwei-Meter-Innenblock, der prächtig mit Torhüter Michael Hoffend v.K. harmonierte. Hoffend zeigte in 30 Minuten Einsatzzeit eine starke Leistung und konnte mit einer Abwehrquote von über 50% überzeugen.

In der zweiten Halbzeit war es dann vor allem Hühne Alex Enders, der am Kreis glänzen konnte. Der 24-jährige wurde vom Rückraum regelrecht gefüttert und verwandelte seine Chancen eiskalt. Am Ende war er bei einer 100%-Quote 8x erfolgreich. Mit dem Abpfiff endete ein dominanter SG-Auftritt, den die Roten mit 36:17 klar für sich entscheiden konnten. Auch wenn Trainer Hoft noch Luft nach oben sah, macht das erste Testspiel der zweiten Phase Lust auf mehr.

Etwa 12 Stunden nach Abpfiff fand man sich auch schon wieder zusammen, diesmal in Ratingen. Im Trainingslager ging es in der ersten Einheit am Morgen um taktische Inhalte, die am Nachmittag beim Auswärtsspiel in Dormagen umgesetzt werden sollen. Die personelle Situation spitzte sich weiter zu, da zusätzlich zu den eh schon fehlenden Akteuren die Torhüter Micha Hoffend privat verhindert und Leo Loose bei der ersten Mannschaft aushelfen musste. Dafür war im Bayer Sportcenter dann Yannik Nitzschmann mit von der Partie.

Man traf auf den Mittelrhein-Oberligisten TSV Bayer Dormagen II, ein anderes Kaliber als der Gegner am Vorabend. Dennoch kamen die Dumeklemmer abermals gut aus der Startlöchern und gingen mit 6:2 in Führung. Die Hausherren berappelten sich und konnten ausgleichen, von da an entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem keine Mannschaft wirklich davonziehen konnte.

Gegen den Positionsangriff der Dormagener stand die Ratinger Deckung sehr gut, in der Verteidigung gegen den Gegenstoß musste der dünn besetzte SG-Kader der hohen Belastung der vorherigen Tage Tribut zollen und konnte das hohe Tempo phasenweise nicht mehr mithalten. Trotzdem blieb die Partie ausgeglichen, überzeugen konnte erneut Kreisläufer Enders, der die Dormagener Abwehr durch seine Größe vor erhebliche Probleme stellte. Vier Minuten vor Schluss stand es Unentschieden, bevor sich der TSV durch drei Gegenstöße in den Schlussminuten absetzen konnte und die Begegnung so mit 30:26 für sich entschied.

Trotz der Niederlage zog Cheftrainer Hoft ein positives Fazit, denn seine Mannschaft gestaltete die Begegnung gegen den klassenhöheren Gegner lange offen und kämpfte trotz der hohen Belastung bis zum Schlusspfiff. Anschließend ging es für die Mannschaft gemeinsam mit der Ersten zur Ratinger Stadtrallye und zum Sponsor der Zwoten, dem kleinen Prinzen, zum Abendessen. Tag 3 des Trainingslagers beinhaltete eine weitere Trainingseinheit, sowie eine Kanutour auf dem Essener Baldeneysee.

Nach dieser harten ersten Woche sind die Beine zwar schwer, gleichwohl ist aber schon ein Fortschritt und damit ein Schritt in die richtige Richtung zu erkennen. Mit dem ersten Trainingslager ist es allerdings nicht getan, Trainer Hoft bittet seine Akteure auch am kommenden Wochenende zur Arbeit in die Halle, denn vor dem ersten Saisonspiel am 16.09. gibt es noch viel zu tun.