06.05.2018: Dominanter Derbysieg bringt Klassenerhalt

Kurz vor Ende der Saison stand für alle Ratinger Handballfreunde nochmal ein echter Höhepunkt auf dem Programm. Am vorletzten Spieltag kam es zur zweiten Auflage des Stadtderbys Spielgemeinschaft gegen Turnverein, das der TV in der Hinrunde noch knapp für sich entscheiden konnte. Der Derbycharakter bekam noch eine zusätzliche dramatische Note, denn die Löwen kämpften vor diesem 25. Spieltag noch um den rechnerischen Klassenerhalt, knapp die halbe Liga war zu diesem Zeitpunkt noch - zumindestens theoretisch - abstiegsbedroht. Zwei Punkte in eigener Halle sollten also nicht nur den Derbysieg, sondern gleichzeitig auch den Klassenerhalt sichern. Personell konnte Coach Leszek Hoft ganz und gar nicht aus den Vollen schöpfen, denn neben den Langzeitverletzten Nils Kossmann, Niklas Wergen und Clemens Oppitz musste der Cheftrainer zusätzlich auf Jan-Niklas Sinnwell und Alex Enders verzichten.

Beide Teams starteten mit der geballten Ladung Derbyehrgeiz in die Partie, die in der Anfangsphase noch von den Abwehrreihen geprägt war. Nach dem Führungstreffer von Patrick Achenbach hatte der TV knapp die Nase vorn, bis Marc Steppke mit einem Doppelpack nach gut 10 Minuten den 6:6 Ausgleich besorgte. Keine fünf Minuten später traf Yannik Nitzschmann dann zur 8:7 Löwenführung, die damit das Momentum in der Halle auf ihre Seite rissen. Diese Führung sollte die SG im Laufe der ersten Halbzeit nicht nur behaupten, sondern auch Tor um Tor vergrößern. Patrick Achenbach setzte dann nicht nur den Start-, sondern auch den Schlusspunkt der ersten Halbzeit und traf eine halbe Minute vor dem Pausenpfiff zur 14:11 Pausenführung. Die SG war wild entschlossen die beiden Derbypunkte an der Gothaer Straße zu behalten. So ging das Team mit letzter Konsequenz in den Gegenstoß und die zweite Welle und stellte den Stadtrivalen vor allem mit dem eigenen Tempospiel vor große Probleme.

Die Löwen merkten, dass sie gegen den Tabellenzweiten nicht nur gut ins Spiel gekommen waren, sondern dieses nach 30 Minuten auch noch in der Hand hatten. Die knappe drei-Tore-Führung musste aber verteidigt, wenn nicht so sogar ausgebaut werden und dafür wollte das Team mit der selben ungebrochenen Motivation auch in den zweiten Durchgang starten. Max Beckmann konnte zunächst noch auf 14:12 verkürzen, doch dann sorgten vier Löwentore in Folge dafür, dass die SG-Bank Kopf stand und die Gesichter der Grünweißen auf der anderen Seite immer länger wurden. Mit der sechs-Tore-Führung im Rücken durften sich die Löwen nicht von ihren Emotionen leiten lassen, sondern mussten diese viel mehr, genau wie das Spiel, kontrollieren. Also nahm die SG das Tempo, das sie erst zu dieser Führung gebracht hatte, raus. Nachdem der TV nochmal auf 19:15 heran kommen konnte und Trainer Jonas Gorris versuchte, die letzten Lebensgeister in seiner Mannschaft zu wecken, war dann wieder die SG am Zug. Erneut netzten die Löwen ganze vier Mal in Folge und konnten die Führung nach knapp 45 Minuten auf 23:15 erhöhen - eine Vorentscheidung.

Die Löwendeckung stand in der zweiten Halbzeit wesentlich besser und bekam neben Rückraumshooter Moritz Metelmann nun auch die Achse aus den Mittelmännern und Kreisläufern immer besser in den Griff. Daraus konnte die SG Kapital schlagen und über den Gegenstoß, bzw. das zwischenzeitlich das leere Gästetor, immer wieder einfache Treffer erzielen. Wieder war es Yannik Nitzschmann, der gut 10 Minuten vor Schluss auf 27:17 erhöhte und die Partie angesichts des schon angesprochenen Momentums damit wohl beendete. Die komfortable 10-Tore-Führung zog sich bis in die Schlussphase, sodass Coach Hoft sogar noch durchwechseln konnte und jeder Akteur ein paar Derbyminuten genießen konnte. Bis zum Schlusspfiff ließen die Löwen nicht von ihrem Gegner ab und konnten so sogar noch auf den angemessenen 34:22 Endstand erhöhen.

Die Freude war nach dem Abpfiff aus Löwenseite grenzenlos, denn durch diese zwei Punkte hatte man sich nicht nur zum Derbysieger gekrönt, sondern auch endgültig die Klasse für die kommende Saison gesichert. Viel beeindruckender war aber noch die Manier, in der die Löwen ins Derby gingen und wie sie dieses nicht nur handballerisch, sondern auch mental dominierten. Trainer Leszek Hoft machte seiner Mannschaft Komplimente in allen Belangen: „Vor der Einstellung, der Motivation und dem Kampfgeist den die Jungs gezeigt haben muss ich wirklich den Hut ziehen. Das hatten wir uns für das Derby vorgenommen und genau so umgesetzt, ein Riesenkompliment an meine Mannschaft“. Dass das Team nach zuletzt drei sieglosen Spielen und suboptimalen Leistungen auch wieder richtig guten Handball gezeigt hat, ist daher nur die Kirsche auf der Sahnetorte. Nächste Woche geht es dann zum Saisonabschluss zum LTV 2 nach Wuppertal, mit dem Klassenerhalt und dem dominanten Derbysieg im letzten Heimspiel, ist diese Spielzeit für die Löwen aber jetzt schon ein voller Erfolg.

Spielfilm: 0:0, 3:5, 7:7, 10:8, 14:11, PAUSE, 18:12, 20:15, 25:17, 30:20, 34:22, ENDE.

SGII vs. TV:
Loose, Schmitz - Achenbach 8, Nitzschmann 8, Steppke 7/2, Schlierkamp 4, Dobrolowicz 3, Jahan Bakhsh 2, Lindner 1, Zeidler 1, Ditzhaus.