Es hat einfach nicht sollen sein. Nach einer wenig konstanten Spielzeit, mit einigen unnötigen Punktverlusten, bekamen die Dumeklemmer am letzten Spieltag doch noch die Chance auf die Meisterschaft und den Platz in der Aufstiegsrelegation, konnten diese aber nicht nutzen. Durch die Niederlage des MTV Rheinwacht Dinslakens am Samstagabend, hätte den Löwen ein Unentschieden beim Tabellendritten TuSEM Essen II gereicht, bei der 29:28 Niederlage fehlt dann am Ende genau ein Tor.

300 mitgereiste Löwenfans machten die letzte Partie der Saison zum Heimspiel für die Dumeklemmer, sodass der Rahmen auf der altehrwürdigen Essener Margarethenhöhe dem entscheidenden Ligaspiel von Anfang an gerecht wurde. Nach einem ausgeglichenen Beginn setzten sich zunächst die Essener mit 5:3 und 7:5 ab, bevor die Löwen beim Stand von 7:7 ausgleichen und schließlich mit 7:9 in Führung gehen konnten. Die zwei-Tore-Führung hielten die Dumeklemmer auch bis vier Minuten vor dem Pausenpfiff aufrecht, dann traf man allerdings nicht mehr ins Tor der Hausherren, sodass der TuSEM mit einem 3:0 Lauf die 12:11 Pausenführung herstellte.

Der neutrale Zuschauer sah ein unfassbar spannendes Regionalligaspiel, während die Nerven der mitgereisten Dumeklemmer mit jeder Minute mehr in Mitleidenschaft gezogen wurden. Mit einem 4:0-Lauf kamen die Löwen aus der Kabine und sorgten beim 12:15 nach 33 Minuten für die höchste Führung des Spiels. Nach einem Timeout fing sich der TuSEM wieder und konnte beim Stand von 16:16 (38.) wieder ausgleichen. Was folgte war ein Krimi, der dramatischer nicht hätte sein können. In den verbliebenen 22 Spielminuten setzte sich kein Team auf mehr als ein Tor ab, das heißt die Partie bewegte sich permanent im Rahmen eines Unentschiedens oder einer knappen Führung für eines der jeweiligen Teams. Da den Dumeklemmer ein Unentschieden gereicht hätte war klar: eins, maximal aber zwei Tore entschieden hier über eine ganze Saison.

Der Stand fünf Minuten vor dem Ende: 26:26, die Ratinger damit Meister. Der TuSEM erhält eine Minute später eine Zeitstrafe, die Löwen können die Überzahl jedoch nicht für sich nutzen. Drei Minuten vor Schluss, der starke Alexander Telohe trifft mit seinem elften Tor zum 27:26 für die Essener, damit kommt der Meister aus Dinslaken. Die Antwort kommt 20 Sekunden später von Filip Lazarov, 27:27, Meister Ratingen. Zwei Minuten vor dem Ende: das 28:28 durch Mathis Stumpf, erneut wechselt der Spitzenreiter der Blitztabelle. Die Antwort kommt, erneut 20 Sekunden später, von Lazarov – 28:28. Der TuSEM ist mittlerweile wieder vollzählig, dafür bekommen die Dumeklemmer in der Schlussminute eine Zeitstrafe aufgedrückt und müssen die letzten 53 Sekunden in Unterzahl spielen. 32 Sekunden vor Schluss trifft erneut Mathis Stumpf, beim Spielstand von 29:28 wären damit die Dinslakener Meister. Eine halbe Minute blieb den Löwen noch um mit dem letzten Tor die Meisterschaft zu entscheiden. 59:40 auf der Uhr: Marcel Müller nimmt eine Auszeit und sagt den entscheidenden Spielzug an. Dieser verläuft nach Wiederanpfiff auch nach Plan, die Löwen holen einen Freiwurf raus, doch die Ausführung wird vom Schiedsrichtergespann Müller/Notbohm in dieser entscheidenden Phase zurück gepfiffen. Das kostet die entscheidenden Sekunden, die die Löwen schließlich zu einem Notwurf zwingen. Der Essener Keeper Elias Hoven pariert und die Meisterschaft bleibt beim MTV, so knapp, wie es eigentlich gar nicht hätte sein können.

So nimmt nicht nur die Partie, sondern die ganze Saison ein dramatisches Finale, über das alle Löwen erstmal ein paar Nächte schlafen mussten. Unter dem Strich entschied nur ein einziges Tor über die Meisterschaft und den Relegationsteilnehmer – doch in Ratingen ist man sich sicher: die Saison wurde nicht in Essen, sondern in zahlreichen anderen Niederlagen zuvor verloren. Betrachtet man nur die Partie an sich, traf der Tabellenzweite auf einen bärenstarken Tabellendritten und bot gemeinsam eine mehr als ansehnliche Regionalligapartie. Die Umstände und die Konstellation des letzten Spieltags sind es, die die Situation für die Dumeklemmer so bitter machen. Durch die Niederlage gehen die Löwen auch in der nächsten Saison in der Nordrheinliga an den Start und beginnen nun mit den Vorbereitungen dafür, denn wie heißt es so schön… Nach der Saison ist vor der Saison – auf ein Neues.

Spielfilm: 0:0, 2:2, 5:4, 7:7, 7:8, 8:10, 12:11, PAUSE, 13:15, 17:17, 21:22, 24:24, 26:25, 29:28, ENDE.

Strafminuten: TuSEM 4 / SG 14

Aufstellung: Angelov, Karmaat – Lazarov 7/2, Oelze 7, Plaumann 5, Mensger 4, Nitzschmann 2, Bauer 1, Eugler 1, Mergner 1, Funke, Bahn, Jonovski.